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Spanische Legion / ehemalige spanische Fremdenlegion

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Die Spanische Legion (Legión Española, Tercio) ging aus der ehemaligen spanischen Fremdenlegion hervor. Die Spanische Legion ist heute eine militärische Eliteeinheit der spanischen Armee und kommt vor allem entlang der marokkanischen Küste zum Einsatz.

Die Spanische Legion besteht aus der Brigada de la Legión Rey Alfonso XIII (BRILEG), die in der andalusischen Kleinstadt Ronda (Malaga) und in Viator (Almeria) stationiert sind. 1973 war ein Großteil der Truppen nach Fuerteventura verlegt worden, wurden aber inzwischen wieder abgezogen. Dazu kommen zwei sogenannte Tercios, dem Tercio Gran Capitan 1, stationiert in Melilla, und dem Tercio Duque de Alba 2 in Ceuta, beide damit in den spanischen Exklaven, die auf dem afrikanischen Kontinent liegen und von Marokko umschlossen sind. Dazu kommt noch eine Spezialeinheit Maderal Oleaga.

Die Truppenstärke der spanischen Legion liegt heute bei 8000 Mann, 1961 kam ein Fallschirmjäger-Bataillon hinzu, ansonsten handelt es sich um eine Infanterie-Einheit.

Gründung der spanischen Fremdenlegion

Gegründet wurde die Spanische Legion 1920 als spanisches Gegenstück zur französischen Fremdenlegion. So erhielt sie auch die Bezeichnung Tercio de Extranjeros. Gegründet wurde sie per königliches Dekret durch den spanischen König Alfonso XIII. als Eliteeinheit, die die anhaltenden Revolten in den spanischen Protektoraten in Marokko niederschlagen sollten. So war die Spanische Legion auch in der damaligen Spanisch-Sahara stationiert.
Der spanische Kriegsminister José Villalba äußerte zur Gründung: Mit dem ausländischen Regiment wird eine bewaffnete, militärische Einheit geschaffen, dessen Rekruten, Uniformen und Regulierungen vom spanischen Kriegsministerium bestimmt werden.
Aufgebaut wurde die spanische Fremdenlegion von José Millán Astray (1879-1954), der bereits 1919 mit dem Projekt der Gründung einer Sondereinheit begonnen hatte. Millan Astray reiste für einige Wochen nach Algerien und studierte dort Aufbau und Ausbildung der französischen Fremdenlegion in Sidi-bel-Abbes und Tlemcen.

Am 20. September 1920 begann die Rekrutierung für die neue Legion, der Tag gilt als eigentlicher Geburtstag der Legion und wird heute noch von ihr gefeiert. José Millan Astray wird als Oberstleutnant auch Befehlshaber der spanischen Fremdenlegion, als seinen Stellvertreter ernannte er Francisco Franco, den späteren Diktator Spaniens.

Unter Jose Millan Astray führt die Legion Kämpfe gegen die Aufständischen Rif-Berber unter Abd el-Krim (auch Abd al-Karim, 1882-1963) in Afrika. Abd al-Karim hatte als Präsident der Rif-Republik in Nordmarokko die Unabhängigkeit von der spanischen Herrschaft proklamiert. Die Kämpfe dauerten von 1919 bis 1926 an. Marokko wird erst 1956 Unabhängig.

Jose Millan Astray führt Zeremonien, Symbole und Riten ein, damit die Legion einen besonderen Korpsgeist erhält. So wird ein Auge, das Millan Astray 1926 verliert noch heute bei der Legion wie eine Reliquie verehrt und vorgezeigt. So ist Jose Millan Astray heute noch Teil unzähliger Mythen rund um die Legion. Millan Astray versuchte aber auch an alte kaiserliche und christliche Traditionen anzuknüpfen. Auch erinnerte er an die Reconquista und sah die spanische Fremdenlegion als Retter Spaniens vor dem demokratischen Liberalismus und dem Kommunismus an.

Zu Beginn war die Spanische Legion in eine Hauptquartierseinheit und drei Bataillone (Banderas, Fahnen) aufgeteilt. Jedes Bataillon hatte zwei Gewehreinheiten und eine Maschinengewehreinheit. Das Hauptquartier wurde zunächst in Ceuta bezogen.

Ausländer in der spanischen Fremdenlegion

Zu dieser Zeit lag der Anteil an ausländischen Freiwilligen bei etwa 25 Prozent. Die Spanische Fremdenlegion schaffte es nicht, so viele Ausländer anzuziehen wie die französische Fremdenlegion. Der überwiegende Anteil der Soldaten kamen aus Spanien, die meisten Ausländer kamen aus Portugal und Lateinamerika, hier dominierte der Anteil an Fremdenlegionären aus Kuba. Der Sold bei der spanischen Fremdenlegion war besser als der eines normalen Soldaten, daher verpflichteten sich viele Spanier wegen der guten Prämie, vor allem wenn sie sowieso zum Militär mussten. Aber auch Sträflinge und Kriminelle dienten der Legion, ihnen war dafür ein Straferlass versprochen worden. Aus Deutschland sollen etwas über 1000 Fremdenlegionäre angeworben worden sein, von den eine große Zahl nicht überlebte. 1925 wurde die Werbung für die spanische Fremdenlegion im Deutschen Reich verboten. In Deutschland war bei der Anwerbung von Soldaten geflunkert worden, den Rekruten war versprochen worden, dass sie nicht zur kämpfenden Truppe mussten.

1934 wurde die Spanische Legion zusammen mit regulären Militäreinheiten eingesetzt, um für die neue Republik einen Arbeiteraufstand in Asturien niederzuschlagen.
Während des spanischen Bürgerkriegs (1936 bis 1939) kämpfte die spanische Legion auf der Seite von General Francisco Franco gegen die Republik. Unterstützung bekam Franco unter anderen durch die deutsche Legion Condor. 1939 schickte der italienische Diktator Benito Mussolini italienische Freiwillige, die in die spanische Legion eintraten und u.a. in der Schlacht von Madrid kämpften.

Dabei stand die Einheit unter der Führung von Oberstleutnant Juan Yagüe. Während des Spanischen Bürgerkriegs kam der Spanischen Legion eine entscheidende Rolle zu, war sie doch militärisch besser ausgebildet, als die Armee der republikanischen Einheiten. Die gut ausgebildeten Legionäre brachten Francisco Franco einen entscheidenden Vorteil bei.

Spanische Fremdenlegion während des spanischen Bürgerkriegs

Während des Spanischen Bürgerkriegs umfasste die Spanische Legion 18 Banderas, dazu kam eine Panzereinheit, eine Spezial Einheit und eine Einheit mit Ingenieuren. Die Banderas zwölf bis 18 wurden allerdings als unabhängige Einheiten betrachtet und waren nie Teil der Tercios.
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg wurde die Legion wieder reduziert, sie wurde wieder in ihren anfänglichen Basen in Spanisch-Marokko stationiert.

In den 50er und 60er Jahren kämpfte die spanische Legion vorwiegend in Nordafrika. 1956 erhält Marokko seine Unabhängigkeit. Die spanische Legion bleibt in den Enklaven Ceuta und Melilla. 1961 wurde das Fallschirmjäger-Bataillon der spanischen Fremdenlegion aufgestellt. 1969 kämpfte die spanische Legion in Marokko und angrenzenden Gebieten.

Am 17. Juni 1970 eröffneten Einheiten der Legion das Feuer und töten elf Freiheitsdemonstranten beim Zemla Quartier von El Aaiún (Ajun), bis 1974 Verwaltungssitz der Spanisch-Sahara, in der Westsahara. Der Unfall wurde als Zemla Intifada bekannt. Der Vorfall hatte bedeutenden Einfluss auf die Antikoloniale Bewegung.
Nach dem Tod Francisco Franco 1975 und der Rückkehr Spaniens zur Demokratie wurde die spanische Legion nach Spanien verlegt. Ihre Stützpunkte in der Wüste Nordafrikas und Sahara wurden aufgegeben.

Ende der spanischen Legion als Fremdenlegion

1987 beschloss die Regierung in Spanien, dass Ausländer nicht mehr in der Legion aufgenommen werden. Die bisherige Fremdenlegion wird in Spanische Legion umbenannt. Es wurde auch eine Übergangsregelung getroffen, Legionäre, die nicht gebürtige Spanier sind, dürfen ihren Dienst weiter versehen. Allerdings wurde im Jahre 2000 diese Regelung wieder gelockert. Ausländer, die Spanisch als Muttersprache haben, werden seit dem nicht nur in der ehemaligen Fremdenlegion, sondern auch in allen anderen Einheiten der spanischen Armee aufgenommen. Sie kommen nicht nur aus Zentral- oder Südamerika, sondern auch aus anderen Ländern, wie Deutschland. Um der spanischen Legion einzutreten, muss man zwischen 18 und 28 Jahre alt sein, das Geschlecht spielt heute keine rolle mehr.

Spanische Legion heute

Im Namen Spaniens ist die spanische Legion an UNO-Friedensmissionen beteiligt, so in Bosnien, Kroatien, Angola, Nicaragua, Haiti, El Salvador, Guatemala und als Teil der ISAF auch in Afghanistan.

Während Spanien noch den Irakkrieg von George W. Bush unterstützte, kämpfen spanische Legionäre auch im Irak. Jose Luis Rodriguez Zapatero erfüllte 2003 allerdings sein Wahlversprechen und zog die spanischen Truppen aus dem Irak ab.

Besonderheit über die Legion

Spanische Legionäre unterliegen keiner harten Bekleidungsvorschrift, so dürfen sie halb offene Hemden und Vollbärte tragen. Auch Tattoos dürfen getragen werden. Während die französischen Fremdenlegionäre an ihrem weißen Käppi (Képi blanc) zu erkennen sind, tragen die spanischen Legionäre ein grünes Schiffchen mit roten Kordeln. Die spanischen Legionäre haben ihre eigenen Militärmusik, Schritttempo (160 bis 190 Schritte statt 90 pro Minute und Anrecht auf die Anrede Caballero Legionario (C.L.), was in etwa Herr Legionär bedeutet. Frauen in der spanischen Legion haben das Anrecht auf die Anrede Dama Legionaria (D. L., Frau Legionärin). Caballeros waren in Spanien früher die Ritter. Damit knüpft die Anrede an die wehrhaften, adeligen Gefolgsleute der Könige im Mittelalter an.
Während der Semana Santa trägt eine Abordnung der spanischen Legion einen der tonnenschweren Pasos, und das nicht wie üblich auf den Schultern, sondern mit ausgestreckten Arm. Schon die Ankunft der spanischen Legionären wird dabei gefeiert. Spanische Legionäre in Malaga eingetroffen.

Offizielle Hymne der spanischen Legion

Die offizielle Hymne der spanischen Legion ist die El novio de la muerte (Der Bräutigam des Todes), so werden die Legionäre gelegentlich auch bezeichnet, als novios de la muerte, Freunde des Todes.
Der Hilferuf A mí, la legión! (zu mir, Legion) verpflichtet Legionäre in Hörweite, zur bedingungslosen und vollständig versuchten Rettung. Während der Diktatur in Spanien war das Motto der Legion Viva la muerte! (Es lebe der Tod).
Im Kontrast zu den bunten Uniformen, die die reguläre spanische Armee getragen hatte, sind die Uniformen der spanischen Legion eher schlecht.
Die spanische Legion hat sogar ein eigenes Maskottchen, eine Ziege, die ein sehr wichtiges Symbol für die Legionäre ist. So wird die Ziege auch auf militärischen Paraden der Legion stolz gezeigt.
Neben Francisco Franco gehörten der spanischen Legion auch Sixto (I.) Enrique de Borbón, der den Namen Enrique Aranjuez annahm, der spanische Infant ist der Carlistische Thronanwärter auf den spanischen Thron. Er ist seit 1975 Prätendent, zuvor hatte sein Vater Javier I. de Borbon-Parma y Bragnaza diesen Titel hin. Er ist auch Bekannt als Herzog von Aranjuz.

Militärische Einsätze der spanischen Legion

Marokkokrieg (Rif-Krieg, Afrika-Krieg), der Kolonialkreig dauerte von 1921 bis 1926 und endete mit der Zerschlagung der Rif-Republik und der Kolonisation. An der Seite von Spanien nahm auch Frankreich an dem Kampf teil.
Verteidigung von Melilla, 1921
Landung von Alhucemas 1925
Niederschlagung des Arbeiteraufstands in Asturien, der Revolution von 1934
Teilnahme auf Seiten von Francisco Franco am Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939)
Ifni-Krieg, auch Olvidada-Kreig, 1957 bis 1958 zwischen Spanien und Frankeich und Marokko. In Spanien auch als vergessener Krieg bezeichnet.
Einsatz 1992 in Jugoslawien
Operation Amanecer in Albanien, 1997
Einsatz im Kosovo und in Mazedonien, 1999
Einsatz im Irakkrieg (2003 beendet)
ISAF-Schutztruppe im Afghanistan

Siehe auch: Spanien Lexikon

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