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Taifa-Königreiche in Spanien

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Mit dem Untergang des Kalifat von Córdoba beginnt die Zeit der Taifa-Königreiche in Spanien. Eine maurische Zentralmacht gibt es nicht mehr, bis zu 60 verschiedene lokale Machthaber bekriegen sich auch gegenseitig. Die Zeit der Taifa-Königreiche dauert etwa von 1009 bis 1095.

Während in Cordoba mit dem Kalifat die alte Zentralmacht noch mit dem Untergang ringt (bis 1031, Zeit der Fitna, der Verwirrung), entstehen ab 1009 in al-Andalus mehrere Kleinstaaten, die sich untereinander bekriegen werden. So wird das Machtvakuum nach dem Untergang des Kalifat notdürftig gefüllt. Bis zu 60 verschiedene lokale Machthaber wird es geben, die neuen Reiche kämpfen gegeneinander. Es kommt zu immer neuen Bündnissen untereinander und natürlich gegeneinander.

Gegensätzlich verläuft die Entwicklung allerdings zunächst ausgerechnet im Cordoba, hier wo die Kalifen ihre Macht ausübten. Der Araber Abu hazm ibn Djahwar wurde hier auserkoren die Führung zu übernehmen. Dieser übernahm sie, weigerte sich allerdings den Titel eines Kalifen anzunehmen oder gar in deren Palast zu ziehen. Er errichtete eine Art Republik und teilte sich die auferlegte Macht mit zwei Wesiren und einem Staatsrat. Ein einmaliger Vorgang. Friede kehrte in Córdoba ein und die Führer der vielen anderen Taifa-Königreiche, die sich vertrieben wurden, hatten in al-Andalus einen Ort des Rückzuges, wenn sie entmachtet worden waren.

Abu Hazm ibn Djahwar, der Hüter der Gemeinschaft, nicht der Fürst, die Idee führte sein Sohn Abu l-Walid ibn Djahwar noch fort. Auch er setzte auf Friedenspolitik. Aber dessen Sohn wollte wieder Fürst werden und schreckte dafür auch nicht vor dem Brudermord zurück. Cordoba wurde dadurch wieder schwach und so wurde es 1069 von Sevilla übernommen, wo die arabische Dynastie der Abbadiden herrschte.

1009 bis 1076 In Denia an der heutigen Costa Blanca herrschen die Amiriden. Das Taifa-Königreich von Denia wird 1076 von den Hudiden in Zaragoza erobert. Daraufhin entsteht auf den Balearen ein neues Taifa-Königreich unter Aghlab al-Murtada, es unterstand zuvor dem von Denia. Das Taifa-Königreich der Balearen besteht bis 1116. Dann passiert das, was auch den anderen Taifa-Königreichen passierte: Nach dem die Inseln sich christlicher Bedrohung erwehren muss, werden die Almoraviden zur Hilfe gerufen. Sie kommen, helfen und verleiben sich, als letztes der vielen Taifa-Königreiche, schließlich auch das von Mallorca ein.

1010 bis 1090 Ziriden in Granada.

1016 bis 1085 Dhu I-Nuniden in Toledo und Córdoba.

1021 bis 1094 Aftasiden in Badajoz. Ihr Herrschaftsgebiet umfasst das heutige Zentralportugal und die heutige Extremadura. Das Reich wird schließlich von den Almoraviden erobert, der letzte Herrscher al-Mutawakkil wird mit seiner gesamten Familie von ihnen ermordet.

1023 bis 1091 Abbadiden in Sevilla. Unter al-Mu'tadid wird Sevilla zum Größten der Taifa-Königreiche. 1069 nimmt Sevilla Cordoba ein.

1039/1040 bis 1110 Hudiden (auch Banû Hûd) in Zaragoza. In den besten Zeiten herrschen sie bis an die Mittelmeerküste von Tortosa bis Denia. 1110 fällt das Hudiden Reich von Zaragoza zunächst an die Almoraviden, dann folgt die Eroberung durch den christlichen König Alfonso el Batallador von Aragon. Danach bleibt Zaragoza in christlicher Hand.

Bedrohung der Taifa-Königreiche von Außen und Innen

1064/65 Die Festung Barbastro bei Huesca wird von christlichen Rittern unter Führung der Normannen erobert, kann aber nach nur einem Jahr wieder zurückerobert werden. An die Rückeroberung erinnert noch heute die Aljafería in Zaragoza. Es ist heute das einzige vollständig erhaltene maurische Bauwerk Saragossas.

1066 Pogrom in Granada. Es geht als Massaker von Granada in die Geschichte ein. Unter den Opfern ist auch Joseph ibn Naghrela, Sohn von Schmuel ha-Nagid (993 bis 1056; Großwesir des Königreichs von Granada und einer der bedeutendsten jüdischen Dichter des mittelalterlichen Spanien). Joseph ibn Naghrela, auch bekannt als Yehosef ibn Nagrella, wollte wohl ein jüdisches Taifa, Königreich, gründen. Dies und das ihm seine Macht zum Kopf stieg, führte zu einen Aufstand, der im Pogrom endete.

Die Zerrissenheit des ehemals einheitlichen al-Andalus bleibt nicht ohne Folgen:

1085 König Alfonso VI. von Kastilien erobert Toledo, die ehemalige Hauptstadt des Westgotenreichs. Und Al-Mutamid, Fürst von Sevilla ruft gegen die chrisltichen Streitkräfte die berberischen Almoraviden zur Hilfe, diese wenden sich schließlich gegen ihn und erobern 1091 Sevilla und legen Al-Mutamid in Ketten. König Alfonso von Kastilien entschädigte den bisherigen Herrscher von Toledo, Al-Qadir, mit Valencia.

An militärischer Macht verloren in der Zeit die kleineren Taifa-Reiche ständig. Viele von ihnen leisteten Tributzahlungen an benachbarte christliche Königreiche, um sich gegen ihre kriegerischen, ebenfalls muslimische Nachbarn mit Hilfe der Christen zu schützen. Schutzgeldzahlungen an die Christen für militärischen Beistand. Die christlichen Königreiche profitierten von den Schutzgeldzahlungen, wurden sie doch wirtschaftlich stärker und mächtiger. Hätten die Almoraviden die Zeit der vielen kleinen Königreiche in al-Andalus nicht beendet, vielleicht hätten die christlichen Königreiche schon da zuschlagen können und statt den Almoraviden das sich anbahnende Machtvakuum füllen können. Aber vielleicht hatten die christlichen Herrscher auch noch nicht das Interesse gegen andere Könige, auch wenn sie einem anderen Glauben angehörten, zu Felde zu ziehen. Könige bzw. Herrscher unter sich …

Kulturelle Blüte in den Taifa-Königreiche

Der Untergang der Zentralmacht des Kalifats von Córdoba führte einerseits zur Schwächung von al-Andalus, mehrere dutzend kleinerer Taifa-Königreiche hatten aber auch den Vorteil von mehreren dutzend Königshöfen an denen Dichter wirken konnten. Unter den kleinen Fürstenhöfen in Denia, Valencia, Badajoz, Granada, Sevilla …. Herrschte ein Wettstreit bei der Förderung von Kunst und Wissenschaft. So wurde auf einem ganz anderen Gebiet konkurriert als auf dem Schlachtfeld. Statt mit dem Schwert wurde


Siehe auch:
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