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Emirat und Kalifat von Córdoba

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Nach dem die Mauren ihre Macht in al-Andalus gefestigt hatten, errichteten sie das Emirat von Córdoba (ab 929 Kalifat). Erster Emir von Cordoba war Abd al-Rahman I. Das Kalifat bestand nur bis 1031.

756 Abd al-Rahman I. gründet das Umayyaden-Emirat in Córdoba und unterstellt sich dem Kalifat der Abbasiden. Abd al-Rahman war das einzige männliche Mitglied der Umayyaden-Familie gewesen, dass 751 einer Falle in Damaskus entkommen war. Abd al-Rahman flüchtete nach dem Massaker von Damaskus nach Spanien. Allerdings war seine Herrschaft nicht ohne Feinde im Inneren und von Außen, so musste er sich gegen eine Militärexpedition des Kalifen von Bagdad zur wehr setzten und 778 kommt es zur Rebellion in Zaragoza, die dortigen Araber rufen Karl den Großen zur Hilfe. Aber auch gegen diesen Aufstand behielt Abd al Rahman die Oberhand. Die von Karl den Großen angeführten Franken ziehen nach einer Niederlage ab und im Pyrenäental Roncesvalles wird die Nachhut, angeführt von Roland, von baskischen Kämpfern aufgerieben. Die Vorlage für das Rolandslied ist geschaffen.

785 In Córdoba wird noch unter Abd al-Rahman mit dem Bau der berühmten Moschee begonnen. Unter seinen Nachfolgern wird die Moschee immer wieder erweitert.

801 Ludwig der Fromme, ein Sohn von Kaiser Karl, erobert die Stadt Barcelona. Er errichtet die spanische Mark, Marca hispanica, sie soll als Pufferzone zwischen dem Frankenreich und al-Andalus dienen. An weitere Feldzüge im Sinne einer Rückeroberung wird aber noch nicht gedacht. Beide Seiten sind bemüht ihre Territorien und deren Grenzen zu sichern.

850 In Córdoba kommt eine christliche Märtyrerbewegung auf. Innerhalb von neun Jahren werden 46 Christen zum Tode verurteilt die zuvor öffentlich und vorsätzlich, den Tod in Kauf nehmend, den Propheten Muhammad beleidigt hatten. Wohl wissend, dass ihren Richtern nichts anderes übrig blieb, als sie dafür zum Tode zu verurteilen. Selbst dem damaligen Bischof gelang es nicht, dem Einhalt zu gebieten. Vermutlich war diese gezielte Suche nach dem Märtyrertod auf eine Hysterie zurückzuführen. Nach wenigen Jahren ist der Spuk aber vorbei.

879 bis 918 Aufstand des Ibn Hafsun. Ein über mehrere Jahrzehnte schwellender Kleinkrieg im Süden beginnt. Bei Ibn Hafsun handelte es sich um einen Nachkommen eines westgotischen Grafen, der zum Islam konvertiert war (siehe auch muladies). Von seiner Festung Bobastro aus führte er einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen den Emir von Córdoba und hatte zeitweise den ganzen Süden von al-Andalus unter Kontrolle. Dabei scheute er auch nicht vor einem Bündnis mit den Franken zurück. Sein Ziel war al-Andalus unter die Herrschaft der einheimischen Muslime zu bringen und das Gebiet nur noch nominell vom Kalifat im fernen Bagdad abhängig zu machen.

Kalifat von Cordoba

912 bis 961 Abd al Rahman III. Am Beginn seiner Regierungszeit befasst sich Abd al-Rahman III. mit der Niederwerfung verschiedener Rebellionen und der Schaffung eines inneren Friedens. Nach der Befriedung Andalusiens nimmt Abd al-Rahman III. selbst den Titel eines Kalifen an. Grund war unter anderem der Aufstieg der schiitischen Fatimiden im Maghreb, die ebenfalls das Kalifat für sich beanspruchten. Bei den folgenden Machtkämpfen konnten die Umayyaden ihre Stützpunkte in Tanger und Ceuta behaupten. Unter Abd al-Rahman III. erlebt das Kalifat von Córdoba einen großen Aufschwung der Wirtschaft und des Handels. Gefördert werden ebenso Kultur und Wissenschaft. Córdoba zählt fast 500.000 Einwohner und ist neben Konstantinopel und Bagdad eine der bedeutendsten Kulturzentren im Mittelmeerraum. Das Umayyaden-Kalifat von Córdoba war zu Zeit von Abd al-Rahman das Zentrum islamischer Kultur und arabischer Sprache des muslimischen Westens. Es galt als eines der reichsten und kultiviertesten Länder seiner Zeit. Im Rahmen einer großen Bautätigkeit wurde unter anderem der Madinat az-zahra' bei Córdoba errichtet.

Kalifen von Cordoba
961 bis 976 Al-Hakam II., unter ihm erreicht das Kalifat von Córdoba den Höhepunkt seiner Macht. Kalif Al-Hakam II. gilt als Kultur und Kunst interessiert, so ließ er die Moschee von Cordoba weiter vergrößern. Unter ihm wird auch Madinat al-Zahra vollendet. Al-Hakam gründet eine große Bibliothek mit mehr als über 500.000 Büchern. Allerdings hat der Kalif wenig Interesse an der Tagespolitik und überlässt die Verwaltung zunehmend seinen Wesiren und die Kriegsführung seinen Generälen.

976 Als Al-Hakam II. stirbt folgt ihm, seinem Willen folgend, sein erst zwölfjähriger Sohn Hisham als Kalif nach. Hischam II. herrscht nominell bis 1009. Sein Kalifat führt zur Schwächung. Intrigen gehören zur Tagesordnung. Verschiedene Regenten übernehmen für den Unmündigen die Regierung.

Machtkämpfe in al-Andalus

981 bis 1002 Al-Mansur (Almanzor) setzt sich als Statthalter durch. 997 kommt es unter Al-Mansur zur Plünderung von Santiago de Compostela, schon damals das Heiligtum des Apostels Jakob. Al-Mansur will Santiago de Compostela allerdings nicht dauerhaft in seinen Besitz bringen, die Randlage im Nordwesten der iberischen Halbinsel ist wohl wenig reizvoll.
Al Mansur kämpft aber nicht nur gegen die christlichen Königreiche, er führt auch Verhandlungen und geht neue Bündnisse ein, so heiratete eine Tochter von König Sancho von Navarra, die Prinzessin konvertiert zum Islam und ändert ihren Taufnamen Urraca in Abda. Aus der Verbindung geht Ab dar-Rahman Sanchuelo (geboren um 983 in Córdoba, gestorben 1009) hervor, den Beinamen Sanchuelo erhält er nach seinem christlichen Großvater.

Während al-Andalus unter Al-Mansur politisch an Macht gewinnt, bedeutet seine Herrschaft, er gilt als frommer Muslim, negatives für Wissenschaft und Fortschritt. So lässt er Bücher mit philosophischen und wissenschaftlichen Inhalt verbrennen.

1002 Nach dem Tod von Al-Mansur kommt es zu einem Machtkampf um das Amt des Kämmerers, der das Kalifat erheblich schwächt. Schließlich folgt ihm sein Sohn Abd al-Malik nach. Nach dessen Tod 1008 geht die Regierungsgewalt auf seinen Bruder Ab dar-Rahman Sanchuelo über. Sanchuelo wagt was sein Vater und sein Bruder, die ja die Regentschaft für Hisham ausübten, nicht gewagt hatten. Sanchuelo will Kalif werden und zwingt Hisham II. ihn zu seinen Nachfolger zu erklären. Bis dahin hatte der Kalif die Macht der Amiriden anerkannt. Die Forderung, die Macht auch in Form des Kalifats zu übergeben, führte zu einer Revolte. Regenten, also Amiriden, gegen Kalifat.

Abd ar-Rahman beging den Fehler, noch Anfang 1009, vor der Sicherung seiner Macht, einen Feldzug gegen König Alfons V. von León zu beginnen. Während seiner Abwesenheit zettelte Umayyade Muhammad II. al-Mahdi eine Revolte in Córdoba an. Erst entthronte er Hischam II. und wurde selbst neuer Kalif. Die Residenz der Amiriden, al-Madina al-Zahira, die blühende Stadt, lässt er zerstören. Von den Nachrichten aus der Heimat alarmiert macht sich Ab dar-Rahman Sanchuelo auf den Rückweg, allerdings hat er seine Armee nicht mehr auf seiner Seite. Als diese ihn im Stich lässt ist sein Schicksal besiegelt, er wird von Muhammad II. al-Mahdi gefangen genommen, in einen Kerker gesteckt und schließlich am 3. März 1009 hingerichtet.

Die Zeit der Fitna, Verwirrung in al-Andalus beginnt.

Siehe auch:
Reconquista | Mudejares | Mezquita | Muladies | Mozaraber | Spanische Ritterorden
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