Der spanische Entdecker Juan Sebastián Elcano (andere Schreibweise Juan Sebastian del Cano) wurde um das Jahr 1476 in Getaria (Gipuzkoa, Baskenland) geboren. Sein Todesdatum ist nicht genau bekannt. Er starb vermutlich am 30. Juli oder 4. August 1526 auf seiner zweiten und letzten Entdeckungsfahrt. Wieder war der Weltumsegler auf den Weg in Richtung Gewürzinseln gewesen.
Elcano war ein Abenteurer, der unter anderem mit dem spanischen General Gonzalo Fernández de Córdoba in Italien kämpfte. 1509 nahm er an einer von Kardinal Cisneros organisierten Expedition in Afrika teil, diese eroberte den Oran. Später siedelte sich Elcano in Sevilla an und machte sein Patent als Kapitän zur See. Er kam mit der spanischen Krone in Konflikt, als er ein Schiff ins Ausland verkaufte, um Schulden zu bezahlen. Um die Wogen zu glätten verpflichtete er sich, Ferdinand Magellan bei seiner Fahrt auf der westlichen Route in Richtung Gewürzinseln zu begleiten. Dieser war 1514 beim portugiesischen König Manuel I. in Ungnade gefallen und hatte Portugal in Richtung Spanien verlassen, wo er König Karl V. seine Dienste anbot und ihm seine Idee der Westroute nach Asien vortrug.
Elcano, der die Expedition als Bootsmann begann, übernahm nach dem Tod von Ferdinand Magellan das Kommando der Victoria und vollendete mit ihr und 17 weiteren überlebenden nach knapp drei Jahren die erste Weltumsegelung.
Bereits drei Jahrzehnte zuvor hatte Christoph Kolumbus die Idee gehabt, auf dem westlichen Seeweg, China und Indien zu erreichen, allerdings stellte sich dem Amerika-Entdecker ein noch unbekannter Kontinent in den Weg. Auch Kolumbus wollte so den Weg um Afrika herum umgehen. Inzwischen war Amerika nicht mehr völlig unbekannt, Magellans Idee den Kontinent mit Hilfe einer Durchfahrt zu durchfahren, kam dem portugiesischen Seemann wohl, da er geheime Karten aus dem portugiesischen Archiven kannte, in denen auch die Bucht von Rio de Janeiro und die des Rio de La Plata eingezeichnet waren. Die großen Buchten hätten leicht für Durchfahrten in Richtung Westen gedeutet werden können.
Antrieb für die Entdeckungsfahrt von Magellan und das Interesse der spanischen Krone waren wirtschaftlicher Natur. Zwar hatte man Süd- und Mittelamerika im Besitz, aber die dort erbeuteten Edelmetalle reichten nicht für die kostspieligen Kriegszüge in Europa. Bei Gewürzen gab es hingegen eine gigantische Handelsspanne.
Die Flotte hat Proviant für zwei Jahre mit dabei. Darunter 21383 Pfund Schiffszwieback, 5700 Pfund Pökelfleisch, 200 Fässer Sardellen, 984 Laib Käse, Schnüre mit Knoblauchzehen und Zwiebeln, dazu Säckeweise Mehl, Bohnen, Linsen und Reis, aber natürlich auch Schläuche und Fässer voll mit Wein.
Von Sevilla ging es für die Flotte weiter nach Sanlúcar de Barrameda, dort gab es einen Zwangsaufenthalt von fünf Wochen. Spanische Autoritäten wollten die Expedition unter Führung eines Portugiesen verhindern. Die Nationalität Magellans führte auch auf der weiteren Fahrt zu Autoritätsproblemen mit der mehrheitlich spanischen Besatzung.
Am 20. September 1519 konnte die Flotte dann endgültig in See stechen. Sie segelten im Auftrag der spanischen Krone, König Karl I. (Kaiser Karl V.), Urenkel der Katholischen Könige Isabella und Ferdinand, die drei Jahrzehnte zuvor Christoph Kolumbus auf die Reise geschickt hatten.
Auf dem Weg Richtung Süden, nachdem die Magellan-Flotte das Winterquartier bezogen hatte, kommt es in der Nacht zum 2. April 1520 zu einer Meuterei, an der auch Elcano beteiligt gewesen war. Er kommt straffrei davon, andere Meuterer hatten weniger Glück. Magellan lässt einen Kapitän (Quesada) enthaupten und die Leiche vierteilen, Cartagena wird zusammen mit einem Priester an Land ausgesetzt.
Von der Südspitze Südamerikas ging es weiter Richtung Pazifik und die Expedition erreichte als erstes die Mariannen. Allerdings waren es 98 Tage auf der schier unendlichen See, in denen man nur zwei Inseln entdeckte, an denen es aber keine Möglichkeit zur Landung gab, kein anderes Land, was auch harte Anforderungen an den mitgenommenen Proviant stellte, überliefert sind die Strapazen dieser Reise durch den Reisebericht von Antonio Pigafetta. Nur Wasserwüste mit immer dem gleichen Horizont vor Augen. So war die Besatzung irgendwann gezwungen auch Ratten zu essen, ihre Ledergürtel in Wasser einzuweichen sowie fauliges und brackiges Wasser zu trinken. Dabei segelte die Flotte mehrfach in unmittelbarer Nähe von großen und fruchtbaren Inseln vorbei, allerdings immer außer Sichtweiter. Wenn man bedenkt, dass man von zwei Meter Höhe aus bei klarer Sicht nur bis zu fünf Kilometer weit bis zum Horizont blicken kann, nicht weiter verwunderlich. 19 Männer überleben die Fahrt über den Pazifik nicht. Sie werden ins Meer geworfen, wahrscheinlich wollte Ferdinand Magellan bei seiner hungernden Besatzung Kannibalismus vorbeugen.
Elcano übernimmt das Kommando und beendet die Weltumsegelung
Elcanos Ende - Ende der Victoria
Infos rund um die erste Weltumsegelung
Konflikt mit dem Kalender. Datumsgrenze
Politische Folgen der Erdumsegelung
Ehrungen Juan Sebastian Elcano
Zeittafel erste Weltumsegelung