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Ferdinand Magellan - Pazifik-Überfahrt und Tod des Seefahrers

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Teil 5: Fahrt durch die Magellanstraße. Überquerung des Südmeer (Pazifik) und Ankunft auf den Philippinen. Hier stirbt Ferdinand Magellan. Da er bereits im Auftrag Portugals in dieser Region der Welt war, ist er der erste Mensch, der, wenn auch auf zwei Teilabschnitten, die Weltumsegelung geschafft hat.

Erkundung Magellanstraße

Magellan stellt einen Erkundungstrupp aus einem Boot und zwei Schiffen zur Erkundung der Passage zusammen. Das Boot findet tatsächlich einen Ausgang nach Nordwesten. Das Südmeer ist erreicht. 600 Kilometer lang ist der Weg durch die Durchfahrt, die eher einem Labyrinth gleicht. Von den beiden auf Erkundung geschickten Schiffen kehrt allerdings nur die Concepción zurück. Wieder ist es die Besatzung der San Antonio die Ärger macht. Eine Meuterei sorgt für die Absetzung des neuen Kapitän Álvaro de Mezquita und seine Gefangensetzung und zur Desertierung der San Antonio. Damit verlässt nicht nur das größte Schiff die Flotte, es nimmt auch noch die meisten Vorräte mit zurück nach Spanien. Wo das Schiff nach einem halben Jahr auch tatsächlich in Sevilla angekommt. Angeführt wurde die Meuterei von Esteban Gómez, eben demjenigen, der bei der Befragung durch Magellan, die Umkehr empfohlen hatte. Die Desertierung führt zu Zweifeln bei Magellan, schließlich führt er seine Entdeckungsfahrt aber weiter.

Antonio kehrt nach Spanien zurück

Und so besteht die Flotte nur noch aus drei Schiffen.

Der Pazifik wird erreicht

Die kleine Flotte macht sich auf die mühsame Fahrt durch die Meerenge, die heute nach ihrem Entdecker Magellanstraße genannt wird. Und am 28. November 1520 ist es soweit, Magellan erreicht das Südmeer, den Pazifischen Ozean. Seinen Namen Pazifik, den Friedlichen, oder Stillen Ozean erhält das Weltmeer von Magellan. Denn nach der stürmischen Durchfahrt durch den paso legen sich hier die Stürme. Während der Durchfahrt feiert man Allerheiligen und so nennt Magellan die Meerenge Estreito de Todos los Santos (Allerheiligenstraße). Im Süden der Magellanstraße sichtete die Truppe ein ödes, kaltes Land. In der Ferne konnte man die Feuer der Eingeborenen leuchten sehen und so gab Magellan der Insel den Namen Tierra del Fuego (Feuerland).

Die Durchfahrt durch das unbekannte Gewässer wurde dadurch erleichtert, dass es in diesen Breitengraden um diese Jaheszeit so lange hell war. Die Nächte dauerten hier im Oktober gerade einmal nur drei Stunden.

Pazifik und Ostasien

Noch einen Monat, so schätzte Ferdinand Magellan, würde die Reise von hier bis zu den Gewürzinseln dauern. Vom Pazifik oder der Ostküste Südamerikas hat er keinerlei Kenntnis oder Karten. Und so ist die geschätzte Reisedauer eine Fehleinschätzung. Drei Monate und 20 Tage vergehen, kein Land, abgesehen von zwei winzigen unbewohnten Inseln, wird gesichtet. Kein Frischwasser kann an Bord geholt werden, die Vorräte schwinden und so machen sich Krankheiten breit. Ein Großteil der Mannschaft erkankte an Skorbut. Zu Essen gibt es nur noch Zwieback, aber das ist von Würmern und Maden befallen und mit Rattenkot verschmutzt und so stank der Proviant entsprechend. Die Seeleute beginnen Leder zu röten oder in Salzwasser zu dünsten. Auch Suppe aus Sägespannen wird gekocht. Wer eine Ratte fangen konnte, konnte diese selbst essen und so seinen Hunger stillen oder sie gewinnbringend verkaufen. Für einen halben Dukaten wechselte eine Ratte da den Besitzer. Auf der 98 Tage andauernden Überfahrt sterben mindestens 19 Menschen. Um keinen Kannibalismus zu riskieren, lässt Magellan die Leichen ins Meer, in den unendlich groß scheinenden Ozean werfen. Das Meer sei so weitläufig, dass der menschliche Geist es kaum begreifen kann. Wie sich später herausstellte, muss die Molukken-Expedition im weitläufigen Pazifik an hunderten fruchtbaren Inseln vorbeigesegelt sein, ohne eine zu sichten und die fauligen Wasservorräte ersetzen zu können. Zwei Inseln werden erspäht, aber an keiner kann ein Landgang versucht werden.

Nach 98 Tagen wird endlich Land gesichtet. Und diesmal nicht nur eine Insel sondern mehrere. Die längste bekannte Seereise ohne Unterbrechung ist nach einer Distanz von 1300 Kilometern beendet.

Magellan erreicht Guam

Am 6. März 1521 erreicht die Expedition Guam, eine Insel der die Marianen. Von Magellan erhält das Archipel den wenig schmeichelhaften Namen Islas de los Ladrones (Insel der Diebe, Diebesinsel), denn die einheimische Bevölkerung versuchte ein Beiboot zu stehlen, als die Flotte vor einer Insel (vielleicht Guam) ankerte. Wegen des versuchten Diebstahls lässt Magellan einige Ureinwohner hinrichten und brennt die Häuser eines ganzen Ortes nieder. Insgesamt ein halbes Dutzend Einheimischer lässt er töten, nur um das gestohlene Beiboot wieder zu bekommen. Wieder einmal griff Magellan hart durch, wie schon bei den Meutereien, ingesamt war Magellan, gemessen an seiner Zeit, aber kein besonders grausamer Mensch und meist, außer auf der Insel der Diebe, ging er fair mit den Einheimischen um.

Weiterfahrt in Richtung Philippinen

Die Flotte kann Vorräte aufnehmen und sticht wieder in See in Richtung Philippinen. Diese erreicht Magellan am 16. März. Als die Flotte zur Insel Homonhon gelangte lebten noch 150 Seeleute.

Christianisierung und Unterwerfung der Einheimischen

Auf Homonhon hatte man keine Probleme mit der Verständigung. Denn Enrique Melaka, ein malaiischer Sklave und Dolmetscher im Dienste Magellans, war die Sprache der Einheimischen bekannt. Mit der Ankunft auf Homonhon war Enrique Melaka der erste Mensch, der nach einer Reise um die Erde seine Heimatregion wieder erreichte.

Als Dolmetscher verhalf Enrique Melaka Magellan zu einem freundschaftlichen Verhältnis zum König von Limasawa, Radscha Kolambu, mit dem man Geschenke austauschen konnte. Kolambu begleitete die spanier auch auf die Insel Cebu, hier gelang es den König der Insel, Radscha Humabon und viele seiner Untertanen zum Christentum zu bekehren. Cebu unterwarf sich, wie auch Homonhon dem König von Spanien.

Tod von Ferdinand Magellan

So empfänglich war man für einen neuen Oberherrscher und einen Religionswechsel auf den anderen Inseln nicht. Die Häuptlinge auf der Nachbarinsel Mactan mit dem Namen Lappu-Lapu lehnten nicht nur Missionierung sondern auch die Unterwerfung unter die spanische Krone, ab. Magellan versuchte nun die Insel gewaltsam in spanischen Besitz zu bringen. Es kam zu einer militärischen Aktion am 27. April 1521 auf Mactan. Trotz der Feuerwaffen scheitern die Spanier. Zahlenmäßig unterlegen werden die Spanier von den Einheimischen noch am Ufer zurückgedrängt. Mehrere der Seeleute sterben. Unter den Todesopfern auch Ferdinand Magellan, dessen Reise ein gewaltsames Ende nahm.

Sein Chronist Pigafetta berichtet über Magellans Tod, dass dieser als einer der letzten, noch im Wasser stehend, gekämpft habe, um den Rückzug seiner Leute zu decken. Ein vergifteter Pfeil durchbohrte Magellans Oberschenkel. Danach sei er von zwei Lanzenstößen niedergestreckt worden. Ein Lanzenstoß soll Magellan im Gesicht getroffen haben, der andere verwundete den rechten Arm.

Kein Grab für den portugiesischen Seefahrer

Ein Grab erhält Ferdinand Magellan nicht. Zwar bemühen sich die Spanier um die Herausgabe ihres Generalkapitäns und Anführers. Die Einheimischen denken aber nicht daran, seine Leiche herauszugeben. Zu kostbar sind ihnen die sterblichen Überreste des Anführers.

Die Niederlage der Spanier und der Tod ihres Anführers hatte weit reichende Folgen. Der König von Cebu, eben erst zum Christentum bekehrt, sagt sich wieder los und lässt die Spanier angreifen. Bei dem Angriff kommen 35 Seeleute ums leben. Die restliche Mannschaft entkommt knapp. Allerdings sind nur noch so wenige Männer übrig, dass die Concepción versenkt werden muss. Die Überlebenden werden auf die beiden übrigen Schiffe, die Trinidad und die Victoria verteilt. Juan Sebastián Elcano übernimmt als Kapitän die Victoria. Die Trinidad wird von Gonzalo Gómez de Espinosa übernommen. Elcano, zu Beginn der Reise noch einfacher Bootsmann, zwischen durch an einer Meuterei gegen Magellan beteiligt, ist nun Kapitän.



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