Spiegel TV Kolumbus' letzte Reise



In einer abgelegenen Bucht in der Karibik erforschen Unterwasserarchäologen das wohl älteste Wrack, das je in einer Neuen Welt gefunden wurde. Es gibt Indizien, dass dies die Karavelle "Vizcaina" des Christoph Kolumbus gewesen sein könnte. Sie sank 1503 auf seiner vierten und letzten Reise nach Amerika, bei der er seine Ehre retten wollte und die in einer Katastrophe endet. Die Reise begann im Mai 1502 und endete im November 1504. Neben der Vizcaína waren noch drei weitere Schiffe teil der Flotte, die Capitana, La Gallega (die Gallizierin) und die Santiago de Palos. Auf dieser Reise erkundete Kolumbus die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Kolumbien, auf dieser Reise betrat der Entdecker am 14. August 1502 bei Kap Honduras das erste Mal amerikanisches Festland.
Die vierte und letzte Reise von Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus kämpft mit Indianern, schweren Unwettern, Verrat und Meuterei. Der Entdecker Amerikas ist krank, fast wahnsinnig und beinahe blind - ein Jahr lang muss er auf Rettung warten, dann endlich kehrt er heim. Aber in Spanien ist er inzwischen in Ungnade gefallen. Christoph Kolumbus stirbt 1506, einsam, vergessen und völlig verbittert, aber zumindest nicht verarmt. Christoph Kolumbus letzte Tage. Fast 500 Jahre nach seinem Tod arbeiten Unterwasserarchäologen, Physiker, Chemiker und Historiker Hand in Hand. Mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen sie, die vielen Rätsel im Fall Kolumbus zu lösen. Im Mittelpunkt steht der Schiffsfund vor der Küste Panamas, für Unterwasserarchäologen schon heute eine Sensation.

Schatzsucher finden ein Wrack vor Panama

Das mutmaßliche Wrack der Vizcaína wurde im Jahr 2001 durch den Schatztaucher Warren White in der Bucht von Nombre de Dios in Panama gefunden. Die Vizcaína war eine Karavelle mit einer Länge von 18 bis 22 Metern. Das Schiff gehörte einen Bürger von Guetaria namens Juan de Orquiva, für die Nutzung des Schiffs war ein monatlicher Betrag von 42.000 Maravedis fällig. Befehligt wurde das Schiff von einem Freund des Kolumbus, Bartolomeo Fiesci.

Der Schiffsbohrwurm hat die Vizcaína zerfressen

Die Vizcaína sank vermutlich, da der sogenannte Schiffsbohrwurm das Schiff innerhalb weniger Monate zerfraß. Das vor Panama gefundene Schiff weist Löcher auf, die von jenen Schiffsbohrwürmern stammen könnte. Das Schiff hat außerdem keinen Metallbeschlag, diese wurden ab 1508 aber per königlichen Erlass eingeführt, eben um die Schiffe vor dem Schiffsbohrwurm zu schützen. Auch wurde eine Altersbestimmung mit Hilfe der C14-Methode durchgeführt, diese ergab einen Zeitraum von 1469 bis 1487 in dem der Baum gefällt wurde, dessen Holz für die Vizcaína verwendet wurde.

Das Wrack wird von Unterwasserarchäologen der Texas A&M University und des Institute of Nautical Archaeology (INA) mit Unterstützung des Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel untersucht. Die Untersuchungen sollen Helfen, Erkenntnisse über den Schiffsbau des späten 15. Jahrhunderts zu erzielen.

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Spurensuche im Karibischen Meer
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