Die Kugelgestalt der Erde



Kugelgestalt der Erde

Es war übrigens im 15. Jahrhundert nicht so, dass die Kugelgestalt der Erde umstritten war. Das nicht gebildete Volk, dass häufig weder lesen noch schreiben konnte, ging zwar häufig davon aus, dass die Erde nur eine flache Scheibe sei, an deren Rand man dann hinunter stürzen kann, was natürlich eine Westroute nach China und Indien unmöglich gemacht hätte. Den Gelehrten war aber schon seit der Antike bekannt, dass die Erde eine Kugelgestalt haben muss. Die Griechen schlossen dies aus der Beobachtung von totalen Mondfinsternissen, bei denen der Schatten der Erde als rund beobachtet wurde. Das war auch von der katholischen Kirche anerkannt. Sie wehrte sich nur gegen ein heliozentrisches Weltbild, das statt der Erde die Sonne als Mittelpunkt des Universums sah.

Die gelehrte Welt ging damals davon aus, dass es nur einen Kontinent gibt, der ringsum von Wasser umgeben ist. Dieser eine Kontinent bestand aus Europa, Afrika und Asien. Amerika war unbekannt.

Die unbekannte Größe der Erde

Was nicht bekannt war, war die Größe der Erde. So schwankte die Annahme, wie groß die eurasische Landmasse ist zwischen 180 Grad und 225 Grad. Was für den nicht bekannten Teil der Erde 180 Grad und 155 Grad ausmachte. Heute wissen wir, dass Eurasien 130 Grad ausmacht, was für den nicht bekannten Teil 220 Grad ausmacht. Ein ganz erheblicher Unterschied für die Berechnung eines Seeweges von Europa westlich nach Indien. Christoph Columbus nahm als Grundlage seiner Berechnung des Weges die Berechnungen des italienischen Astronomen Paolo dal Pozzo Toscanelli (1397-1482 in Florenz) zur Grundlage. Dieser schätzte die Erde um rund ein Viertel kleiner ein, und ging damit von einer kleineren Erde aus als bis dahin angenommen. Auch Toscanelli hatte sich bereits mit einem westlichen Seeweg von Europa nach Asien beschäftigt. Der Mathematiker und Astronom kam zu dem Schluss, dass Indien in westlicher Richtung näher sei als über die von den Portugiesen gesuchte Ostroute um Afrika herum. Aber auch Toscanelli ahnte nichts von dem Kontinent Amerika. Christoph Kolumbus stand mit Toscanelli auch in Briefkontakt.

Größe der Breitengrade

Darüber hinaus irrte sich Christoph Kolumbus bei der Größe der Breitengrade, er nahm für die Entfernung zwischen diesen eine zu kleine Distanz an und berechnete so die Entfernung zwischen den Kanarischen Inseln und Zipangu (heute Japan) mit 4.500 Kilometern statt mit den tatsächlichen 20.000 Kilometern. Daher lagen die Inseln, die er später entdeckte, dort wo er aufgrund seiner falschen Berechnungen Indien vermutet.

Im Film 1492 – Die Eroberung des Paradieses beichtet Christoph Kolumbus, dass er bei seinen Berechnungen über den Seeweg nach Indien gelogen habe, er wiese nicht wie lange die Reise dauern würde. Es gibt aber keine Belege dafür, dass Christoph Columbus wusste, dass seine Berechnungen falsch waren.

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