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Alexander von Humboldt verlässt Spanien - nächste Station Teneriffa

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Durch ungünstige Winde verschob sich die Abfahrt der Pizarro wohl noch ein wenig, am 4. Juni änderte der Wind dann doch seine Richtung und am 5. Juni war es soweit, die Pizarro lichtete die Anker, und das obwohl wieder Engländer gemeldet worden waren. Offenbar wurde die Meldung verbreitet, dass die Reise von den Engländern bald beendet werden könnte und man dann über Portugal die Rückreise nach Madrid antreten müsse. In Madrid hatten die beiden Reisenden Mexikaner kennen gelernt haben, die sich drei Mal in Cadiz eingeschafft hatten und nach Vera-Cruz zurückkehren wollten. Alle drei Male seien ihre Schiffe von Engländern abgefangen worden und sie mussten über Portugal nach Spanien zurückkehren, um einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Vorbei am Schloss St. Antonie, wo der damals unglückliche Malaspina (gemeint ist Alessandro Malaspina die Mulazzo) in Staatsgefangenschaft schmachtete, ging es dann mit der Pizarro in See. Der Augenblick war gekommen, Alexander von Humboldt verließ Europa, um Länder in der Ferne zu besuchen. Er machte seinen Traum war. Vorbei am Herkules-Leuchtturm ging es in Richtung Nordwest, um den englischen Fregatten auszueichen. Das letzte, was man von der europäischen Küste sah, war das Licht einer Fischerhütte von Sisarga.

Dreizehn Tage sollte die Reise nach den Kanaren dauern, die ersten drei Tage erblickte man kein Segel am Horizont, was die Hoffnung nährte, den Engländern entwischen zu können.

Am 7. Juni war man auf Höhe von Kap Finisterre.

Am 8. Juni, kurz vor Sonnenuntergang, wurde dann ein englischer Konvoi gesichtet. Diesen umging man in der Nacht, absolutes Lichtverbot an Bord, um die Engländer nicht auf sich Aufmerksam zu machen. Eine Vorsichtsmaßnahme, die wohl immer wieder die Arbeit der beiden Naturforscher behinderte, zum Ablesen von Instrumenten und sei es nur bei der Untersuchung der Temperatur des Meerwassers mussten sie mit Blendlaternen arbeiten. Insgesamt führte dieses Lichtverbot zu sehr viel Langeweile an Bord.


Bericht über Christoph Kolumbus

Bevor Humboldt Teneriffa erreicht, berichtet er auch von Christop Kolumbus, der durch den Golfstrom Kenntnisse vom Dasein westwärts gelegener Länder gehabt habe. So berichtet von Humboldt von zwei Leichnamen, die Ende des 15. Jahrhundert an die Küste de Azoren gespült worden, Leichen mit Zügen einer unbekannten Menschenrasse. Und von verschiedenen Pflanzen unbekannter Herkunft, darunter ein Bambus, beides habe die Aufmerksamkeit Kolumbus erregt und dieser hätte mit ihrer Hilfe erraten, dass es im Westen Land geben müsse.

Vor der Entdeckung Amerikas hatten die Einwohner der Kanaren geglaubt, diese Funde stammten von der bezauberten Insel St. Borondon, welche der Legende nach im Westen lag und zwar in einem unbekannten Teil des Ozeans, der im ewigen Nebel begraben sei.

Die Pizarro hatte den Befehl, auf Lanzarote Station zu machen. Es sollte erkundet werden, ob die Engländer immer noch den Hafen on Santa Cruz (Sainte-Croiz) blockierten und ob eine gefahrlose Weiterfahrt nach Teneriffa möglich so. .

Alexander von Humboldt erreicht die Kanaren

Um 5 Uhr am Nachmittag des 16. erblickte man schließlich Lanzerote und den kegelförmigen Berg, den Humboldt als den Vulkan ausmachte, der in der Nacht zum 1. September 1730 so viel Zerstörung angerichtet hatte. Der Temanfaya, wie der Vulkan bei den Eingeborenen genannt werde, bei seinem Ausbruch wurde die fruchtbarste und bebaute Gegend zerstört, neun Dörfer unter der anströmenden Lava begraben. Auf dem Weg erblickte man noch die Insel Fortaventure (Fuerteventura), berühmt durch die vielen Kamele und am Ende auch die kleine Insel Lobos.

Man erkundete noch kleinere Inseln vor Teneriffa und ihre Lage, ehe man dann die Insel betrat. Die Form der Küste versetzte Humboldt in erstaunen, fühlte er sich an die Ufer des Rheins bei Bonn versetzt bzw. an das Siebengebirge erinnert.

Dann berichtet Humboldt, was er über die Insel Lanzerote, die ehemals Titeroigotra gehiessen habe, wusste. So trafen die Spanier hier auf eine weiter gekommene Zivilisation als auf den Nachbarinseln. Zudem berichtet er von dem ihm bekannten Brauch, dass eine Frau mehrere Männer hatte, welche abwechseln als Ehemann betrachtet wurde. Ein sonderbracher Brauch, wie Alexander von Humboldt findet, zugleich bedauerte er, dass die Geistlichen, die Johann von Bethencourt (Jean de Béthencourt) im 15. Jahrhundert bei der Eroberung begleiteten und die Geschichte dieser Eroberung niederschrieben, nicht mehr über die Sitten dese dort lebenden Volkes berichteten.

Aufgrund alter Wegweiser wähnte sich der Kapitän der Pizarro bereits nördlich von Teguise, der Hauptstadt von Lanzerote bei einem Fort. Es stellte sich aber heraus, dass man noch gar nicht an der küste von Lanzerote sei, sondern die Insel Graciosa erreicht habe.

Auf Graicosa ging Alexander von Humboldt dann von Bord und betrat erstmals nicht europäischen Boden auf seiner Entdeckungsreise und gibt sich von den vielen neuen Eindrücken überwältigt.

Sogar die zwei unterschiedlichen Arten von Sand, die der Forscher vorfand, werden beschreiben, der eine schwarz und basaltisch, der andere weiß und quarzartig. Viel Zeit hatte von Humboldt aber auf Lanzarote nicht, noch am gleichen Tag musste er sich wieder einschiffen, der Weg nach Teneriffa wurde fortgesetzt. Da es neblig war, konnte man auf der Fahrt von Lanzerote nach Teneriffa den Pik Teyde (Teide) nicht sehen.

Mit optischen Beobachtungen über die Sichtbarkeit von Berggipfeln auf die Entfernung endet Kapitel 1.

Aufenthalt auf Teneriffa

Das nächste Kapitel beinhaltet den Aufenthalt auf Teneriffa, die Reise von Santa Cruz nach Orotava und die Reise auf den Gipfel des Piks von Teyde (Teide).






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