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Zweite Republik

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Die Zeit zwischen 1931 und 1936/1939 wird in Spanien als Zweite Republik (spanisch Segunda República Española, Zweite Spanische Republik) bezeichnet. In diesen Jahren existierte eine neue demokratische Staatsform, die vom Putsch des Militärs 1936 und dem anschließenden Bürgerkrieg (bis 1939) beendet wurde. Dabei war die Zeit der Zweiten Republik schon nicht frei von Konflikten, sowohl politisch als auch wirtschaftlich gab es scharfe Gegensätze in dem Land.

1936 gab es dann einen Staatsstreich rechtsgerichteter Teile der Armee, dieser mündete im spanischen Bürgerkrieg und bedeute das Ende der Zweiten Republik in Spanien.

Bevor die Zeit der Zweiten Republik anbrach scheiterte die Diktatur Primo de Riveras. Bedingt wurde dieser Machtwechsel auch durch das Abflauen der Konjunktur während der Weltwirtschaftskrise 1929. 1930 war die Diktatur gescheitert, es kam zu einem kurzen Intermezzo unter General Berenguer. Die alte Ordnung verlor mehr und mehr an Prestige und Macht.

Flagge der 2. spanischen Republik
Flagge 2. Republik
Im April 1931 wurden in Spanien im ganzem Land Gemeindewahlen durchgeführt. Zwar gewannen die Monarchisten mehr Sitze als bei den Wahlen zuvor. Allerdings wurden nicht in allen Gemeinden wirklich Wahlen abgehalten sondern die Mandate auch ohne Wahl vergeben, meist zugunsten der Königstreuen. Am Ende ergab das Gesamtergebnis dieser Wahlen eine Mehrheit für die Republikaner. Auf diese waren 48,8 Prozent der Kommunalmandate entfallen. In 41 von 50 Provinzhauptstädten hatten sie nun die Mehrheit. Insbesondere in der spanischen Hauptstadt Madrid aber auch in Barcelona kam es zu einem Erdrutschsieg der Republikaner. In Madrid hatten sie drei Mal mehr Stimmen als die Monarchisten, in Barcelona vier Mal so viele.

Ausgerufen wurde die Zweite Republik dann am 14. April 1931. Der Großteil der Bevölkerung begrüßte die Republik, man knüpfte große Hoffnungen an die Demokratie. Und so bekam die Republik auch gleich einen Spitznamen, sie war la niña bonita, das schöne Mädchen. Das Ausrufen der neuen spanischen Republik hatte weitreichende Konsequenzen, so erkannte König Alfons XIII., dass die Monarchie in Spanien wohl ausgedient hatte und verließ, ohne abzudanken, das Land. In seiner Erklärung zum Abschied hieß es, sie war am 17. April 1931 in der monarchistischen Tageszeitung ABC veröffentlicht worden: Die abgehaltenen Wahlen führen mir klar und deutlich vor Augen, dass ich heute nicht mehr die Liebe meines Volkes habe. Mein Gefühl sagt mir allerdings, daß diese Verirrung nicht von Dauer sein wird […]
König Alfons XIII. sollte später dann im Exil sterben. Das Spanien später wieder die Monarchie einführen würde, bekam er nicht mehr mit. Er starb 1941. Sein Sohn Juan Carlos, Graf von Barcelona, geboren 1913, gestorben 1993, erlebte 1975 dann mit, wie sein eigener Sohn, der Enkel von König Alfons XIII. spanischer König wurde.

1931 verlief der Übergang zur spanischen Republik friedlich. Es kam zu einem Regierungsbündnis linker Parteien, erster Ministerpräsident der Zweiten spanischen Republik wurde der Schriftsteller Manuel Azaña (1880-1940, im Exil in Frankreich). Man ging daran Spanien moderner und gerechter zu machen. Was nicht immer gelang. Im November 1933 kam es in Spanien zu Neuwahlen, die linksrepublikanischen Parteien erlitten eine Niederlage. Es gewannen allerdings nicht die Monarchisten sondern ein rechtes Wahlbündnis. Allerdings reichte es ihr nicht zur Mehrheit. Am Ende wurde die bürgerliche Partido Radical mit der neuen Regierungsbildung beauftragt und diese nahm zunächst die Sozialgesetzgebung und die Kirchgesetze der Vorgängerregierung zurück. Das und Kürzungen im Bildungswesen, der Senkung der Löhne und eine Amnestie für die putschenden Offiziere von 1932 führte zu großer Unzufriedenheit. Nun kam es in der Zweiten Republik zu gewaltsamen Reaktionen in der Bevölkerung. Dazu stagnierte die Wirtschaft. In Andalusien und Valencia wurde demonstriert, gestreikt und sogar Kirchen abgebrannt. Gegen die Staatsmacht hatten diese Proteste aber keine Chance.

Neuwahlen in der Zweiten Republik

1936 wurde in Spanien erneut gewählt. Es hatte sich eine Volksfront (Frente Popular) aus den linken Parteien gebildet. Ihnen stand die Nationale Front (Frente Nacional) aus den rechten Parteien gegenüber. Die Frente Popular setzte sich am 16. Februar 1936 bei den Wahlen mit einer knappen aber dennoch eindeutigen Mehrheit durch.

Dieses demokratische Ergebnis war der Todesstoß für die Zweite Republik. Die Ereignisse in Spanien überstürzten sich von nun an, am 17. Juli 1936 kam es zum Putsch, der in dem bis 1939 andauernden Bürgerkrieg enden sollte. Am Ende war die Zweite Spanische Republik besiegt, Diktator Francisco Franco übernahm die Macht in Spanien und führte eine Diktatur ein, die erst mit seinem Tod 1975 beendet wurde.


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