Spanien | Bilder | Regionen | Infos | Geschichte | Fußball in Spanien | Lexikon | Fiestas | Spanien News
Spanien Start » Spanien Lexikon » Geschichte » StabilisierungsplanBürgerkrieg in Spanien » StabilisierungsplanSpanische Wirtschaft » Stabilisierungsplan

Stabilisierungsplan

Werbung:

Stabilisierungsplan (Plan de Estabilizacion, eigentlich Plan Nacional de Estabilización Económica, Nationale Plan zur Stabilisierung der Wirtschaft), bezeichnet eine Wirtschaftsreform, die im Jahre 1959 in Spanien durchgeführt wurde und einen Bruch mit der Autarkie des Franco-Regimes in der Wirtschaftspolitik bedeutete.

Vorgeschichte spanischer Stabilisierungsplan

Die Wirtschafts- und Haushaltslage in Spanien war nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) außerordentlich schlecht. Wirtschaftskrise und Inflation in Folge des Krieges, dazu die auf Autarkie gerichtete Wirtschaftspolitik der Franco-Diktatur verbunden mit massiven staatlichen Einfluss auf Wirtschaft und die Verhinderung eines freien Marktes hatten ihr übriges getan.

Zwischen 1953 und 1958 begann die Wirtschaft wieder zu wachsen. Die hohen Wachstumsraten um die fünf Prozent wurden aber durch eine massive Abwertung der Pesete, hohe Inflation und einen rapide wachsenden Schwarzmarkt begleitet. Der Staatshaushalt geriet aus dem Gleichgewicht und die Währungsreserven der Notenbank waren 1959 weitgehend aufgebraucht. Die Lebenshaltungskosten waren extrem gestiegen, was mit einer Erhöhung der Löhne kompensiert werden sollte, was wiederum zur Inflation führte. Die Staatsschulden wuchsen weiter an. Devisen waren Mangelware. Die Reserven sanken auf einen Tiefstand von 45,4 Millionen Dollar.

Die Bevölkerung in Spanien verglich die eigene Situation mit den Nachbarländern und forderte wirtschaftliche aber auch politische Reformen. Schließlich war Spanien - neben Portugal - zu dieser Zeit eines der ärmsten Länder Westeuropas.

Plan de Estabilizacion

Die Regierung reagierte auf die Forderungen mit dem Plan de Estabilizacion. Ziel war die Modernisierung der Wirtschaft Spaniens. Die franquistische Wirtschaftspolitik wurde durch den Stabilisierungsplan durch einen Wirtschaftsliberalismus ersetzt. Das Ziel der Autarkie wurde aufgegeben. Der Kapitalverkehr wurde liberalisiert, Investitionen konnten getätigt werden und die Bevölkerung erhielt Reisefreiheit.

Durchgeführt wurde der Plan von den bereits 1957 bei einer Regierungsumbildung eingesetzten Ministern Laureano López Rodó, Alberto Ullastres und Mariano Navarro Rubio, die auch Mitglieder der Opus Dei waren.

Der Regierung wurde der Stabilisierungsplan am 6. März 1959 vorgestellt. Angenommen wurde er am 28. Juli 1959 natürlich auch gegen Widerstände. Nicht alle wollten sich von dem autarken Charakter der bisherigen Wirtschaftspolitik verabschieden.

Durch den Stabilisierungsplan konnte die Inflation erfolgreich bekämpft werden, unter anderem durch das Einfrieren der Löhne, und der Freihandel wurde gefördert. Der Staat hielt sich deutlich aus der Wirtschaft heraus und die Eigenverantwortung der Bevölkerung wurde propagiert.

Auswirkungen des Stabilisierungsplans für die spanische Wirtschaft

Als Folge der Reformen stiegen die Auslandsinvestitionen in Spanien (insbesondere im Tourismus) massiv an. Die Zahl der Arbeitslosen sank nicht, aber durch die Reisefreiheit machten sich mehr als eine halbe Million Spanier ins Ausland, um in Westeuropa als Gastarbeiter zu arbeiten. Die Überweisungen der Gastarbeiter führten zu einem weiteren Zufluss an Investitionsmitteln. Devisen, die ansonsten nicht ins Land geflossen werden. (Spanier im Ausland)

Innerhalb von nur zwei Jahren sank die Inflation in Spanien von 12,6 Prozent (1958) auf 2,4 Prozent (1960).

Spanien strebte nun auch eine Mitarbeit in internationalen Organisationen an. Ein Beitritt zu EG und EFTA war zwar als Diktatur nicht möglich. Aber Spanien wurde 1958 Assoziiertes Mitglied der OECD. 1959 trat Spanien dem IWF und der Weltbank bei.

War Spanien im Jahre 1960 noch ein agrarisch geprägtes Entwicklungsland, entwickelte es sich bis 1974 in das 10. größte Industrieland der Welt. Mit den Reformen und dem wirtschaftlichen Wandel nahm zudem auch die Zahl der Analphabeten in Spanien kontinuierlich ab.
Währung in Spanien
Spanien Lexikon Stabilisierungsplan aus der Kategorie: Spanische Wirtschaft

Spanien Lexikon A bis Z

A|B|C|CH|D|E|F|G|H|I|J|K|L|LL|M|N|Ñ|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|Alle

Mehr zum Thema Spanische Wirtschaft im Spanien Lexikon

BIP pro Kopf

Die wirtschaftlichen Unterschiede in Spanien sind stark ausgeprägt. Nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt Spanien mit 103 etwas über dem EU27-Durchschnitt, besonders wirtschaftlich stark sind Madrid, Baskenland und Navarra.

El Corte Inglés

El Corte Inglés ist die größte Kaufhauskette in Spanien, das Haupthaus in Madrid läßt sich mit dem KaDeWe in Berlin oder Harrods in London vergleichen.

FITUR (Internationale Tourismus-Messe Madrid)

Die Feria internacional de Turismo (Abkürzung FITUR, internationale Messe für Tourismus) findet jährlich auf dem Messegelände IFEMA von Madrid statt. Die FITUR dauert im Regelfall fünf Tage, ihr Termin ist im Januar bzw. Februar des Jahres.

IBEX 35

Der IBEX 35 (Iberia Index) umfasst die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen. Der IBEX gilt als ein guter Indikator der spanischen Wirtschaft. Die Erstberechnung erfolgte 1992 und lag damals bei 3000 Punkten.

IGIC - Mehrwertsteuer auf den Kanaren

Auf den Kanaren gilt die Inselsteuer statt der auf dem spanischen Festland gebräuchlichen IVA, größter Unterschied ist die Höhe der deutlich niedrigeren IGIC.

IRPF - Einkommensteuer Spanien

Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas, Abkürzung IRPF, Einkommenssteuer für natürliche Personen in Spanien.

Mehrwertsteuer in Spanien (IVA)

Die Mehrwertsteuer in Spanien, IVA genannt, liegt bei derzeit 16 Prozent, wobei die nächste Erhöhung geplant ist. Es gibt zwei ermäßigte Mehrwertsteuersätze und auf den Kanaren gilt eine Inselsteuer statt der spanischen Mehrwertsteuer.

Mileurista

Mileuristas, das ist das Heer an gut ausgebildeten jungen Arbeitskräften in Spanien, die sich mit Tausendeuro Jobs, meist mit befristeten Verträgen, über Wasser halten müssen. Eine wirkliche Übersetzung für mileurista ins Deutsche gibt es nicht.

Mindestlohn Spanien

In Spanien gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, spanisch Salario Mínimo Interprofesional (SMI). Er wird jährlich neu festgelegt und auch zur Berechnung anderer Leistungen herangezogen. Zugleich gilt er als Pfändungsgrenze.

Navantia

Navantia ist ein spanisches Rüstungsunternehmen mit Hauptaugenmerk auf den Schiffbau. Die Geschichte der Navantia geht bis in das Jahr 1730 zurück.

Peseta

Vor der Einführung des Euro im Jahre 2002 wurde in Spanien 133 Jahre lang mit der Peseta gezahlt. Offizielles Zahlungsmittel waren die Peseten auch in Andorra.

Seat

Das ehemalige Staatsunternehmen Seat wurde 1950 gegründet. Zunächst bestand eine enge Kooperation mit dem italienischen Autohersteller Fiat. Erfolgreichstes Automodell war der Seat 600.

Somport-Tunnel

Der Somport-Tunnel liegt in den Pyrenäen und verbindet auf der spanischen Seite die Täler von Aragon und auf der französischen Seite Aspe miteinander. Es ist der längste Straßentunnel Spaniens.

Tourismus in Spanien

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Spanien ist der Tourismus, seine Bedeutung schwankt regional. Während Urlaubsziele im Süden und auf den Inseln kaum andere nennenswerte Industriezweige besitzen, ist der Norden weit weniger vom Tourismus abhängig.

Währung in Spanien - der Euro

Auch in Spanien gilt der Euro als Währung. Der Euro verdrängte hier die nationale Währung Peseta. Allerdings hat man sich noch immer nicht so recht an das neue Zahlungsmittel gewöhnt.

Spanien Bilder


Bous a la Mar Denia

Werbung

Spanien Lexikon

Werbung

Artikel im Spanien Magazin

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus wurde 1451 geboren. 1506 starb der Seefahrer, der auf der Suche nach dem Westweg nach Indien Amerika entdeckte, verbittert in Valladolid. Sein Stern war in Spanien untergegangen. Christoph Kolumbus

Gran Canaria Miniaturkontinent und Insel des Ewigen Frühlings

Gran Canaria ist die drittgrößte Insel der Kanaren und bei Touristen, Langzeiturlaubern und Auswanderern sehr beliebt. Die Insel des ewigen Frühlings trägt ihren Namen zu Recht. Gran Canaria

Alexander von Humboldt Sein Aufenthalt in Spanien und Teneriffa

Biographie des Naturforschers Alexander von Humboldt. Seine Forschungsreise in die spanische Kolonien nach Südamerika führten ihn und seinen Begleiter Aime Bonpland durch Spanien und auf Teneriffa. Alexander von Humboldt
Spanien Bilder 2017 | Impressum | Inhalt | Spanien Top Bilder | Neue Bilder | Zum Seitenanfang Stabilisierungsplan (Plan de Estabilizacion)