Guerilla - Guerillakrieg - Guerillataktik
Guerilla, spanische Bezeichnung für einen Kleinkrieg, ein Guerillakrieg wäre als ein Kleinkrieg-Krieg. Mit Guerilla ist eine besondere Art der Kriegsführung gemeint, die in Spanien im 19. Jahrhundert praktiziert wurde, als die Spanier im
Freiheitskrieg gegen Frankreich kämpften.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besetzte der französische Kaiser Napoleon den spanischen Thron mit seinem Bruder. Es kam zwar zunächst nicht zu offenen Schlachten zwischen französischen und spanischen Militäreinheiten, die Bevölkerung setzte sich in einem Freiheitskampf gegen die Okkupation des spanischen Throns zur wehr. Der Kampf gegen die französische Fremdherrschaft dauerte von 1807 bis 1814 und endete mit der Rückkehr des spanischen Königs auf seinen Thron. Der Guerillakrieg hatte sich am Ende zu einem Volkskrieg ausgeweitet, der von spanisch-englischen Truppen entschieden wurde, allerdings trugen die meist irregulären Guerrilleros entscheidend zur Niederlage der Franzosen bei.
Der Freiheitskampf begann am 2. Mai 1807, das Ereignis ist in Spanien unter dem Namen
Dos de Mayo bekannt.
Über das französische
guérilla und dem spanischen
guerilla eine Verkleinerung des spanischen Worts
guerra für Krieg entwickelte sich dann das Wort
Guerilla.
Bedeutung erlangten die Begriffe Guerilla und Guerillakrieg insbesondere im 20. Jahrhundert, als Bezeichnung sozialer und nationaler Befreiungs- und Unabhängigkeitskriege in unterentwickelten Ländern.
Bedeutung Guerilla
Mit Guerilla wird eine militärische Taktik bezeichnet, bei der kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten meist im Hinterland des Gegners operieren. Dabei unterstützen sie die taktische Zielsetzung der Armeeführung, außerhalb ihrer Kampfeinsätze sind die Angehörigen dieser Guerillaeinheiten dabei meist nicht als Soldaten zu erkennen.
Guerillataktik
Unter einer Guerillataktik versteht man nadelstichartige militärische Operationen. Diese führen zwar nicht zur Vernichtung des Gegners, können diesen aber auf Dauer durchaus zermürben.
Bedeutung Guerillakampf
Der Guerillakampf bezeichnet eine spezielle Form von politisch motivierten, revolutionären oder antikolonialen Kriegen. Dabei kämpfen meist eher schwächere Einheiten gegen militärisch überlegene Gegner, dabei sind die schwächeren Einheiten aber meist höchst motiviert und können häufig auf die Unterstützung der Bevölkerung hoffen, vor allem wenn die Bevölkerung keine Hoffnung hat, ihre politischen und sozialen Forderungen mit politischen und rechtlichen Mitteln erreichen zu können, wie dies in einer Diktatur, einem von einer fremden Macht besetzten oder dominierten Land der Fall ist. Entscheidend für den Erfolg der Guerilla ist der gleichzeitige, dem militärischen Kampf gleichwertige politische Kampf. In einer offenen Feldschlacht müsste die Guerillatruppe notwendig unterliegen, weil ihr die Ausrüstung einer konventionellen Armee fehlt und ihre Kämpfer meist über keine ausreichende militärische Ausbildung verfügen.
Beispiele für Guerillakriege
Neben dem Befreiungskampf der Spanier zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden Guerillakriege als Kampfform der Befreiungsbewegung im 20. Jahrhundert statt. So wird die Kubanische Revolution (1956-1959) aber auch die Nicaraguanische Revolution (1961-1979) als Guerillakriege verstanden. Beide endeten mit dem Sieg der Guerillakämpfer, auf Kuba übernahm Fidel Castro die Macht, in Nicaragua gewannen die Sandinisten, die Diktatur des Somoza-Clans wurde beendet und Daniel Ortega setzte sich an die Spitze einer Regierungsjunta.
Weitere Beispiele für Guerillakriege
Chinesische Revolution (1927-1949), Indonesischer Unabhängigkeitskrieg (1945-1949), Algerienkrieg (1954-1962), Vietnamkrieg (1946-1975) sowie der Afghanische Bürgerkrieg (1979-1988).
Aber Guerillakriege gab es bereits vor dem Freiheitskampf der Spanier gegen die französische Fremdherrschaft. So führten die Geusen als niederländische Freiheitskämpfer gegen die spanische Herrschaft im
Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) ebenfalls einen Kleinkrieg mit Guerillataktiken.
Einen Guerillakampf führte die FRENTE POLISARIO in der Westsahara gegen die spanische Kolonialmacht, nach deren Vertreibung dann gegen die marokkanischen Besatzungstruppen. 1975 endete die spanische Kolonialmacht über die Westsahara, danach besetzten Mauretanien und Marokko das Gebiet. Seit 1991 hält hier ein Waffenstillstandabkommen.
Ein Beispiel dafür, dass die Unterstützung der Bevölkerung bei einer Guerilla entscheidend ist, führte weniger Freiwillig Che Guevara in Bolivien. Zuvor war er an der Seite von Fidel Castro erfolgreich auf Kuba gewesen, sein zweiter Versuch, mit Hilfe einer Guerilla einen Machtwechsel zu produzieren, scheiterte in Bolivien an der fehlenden Unterstützung der Bevölkerung und führte zum Tod von Che Guevara.
200 Jahre Aufstand von Madrid gegen französische Fremdherrschaft
Zeittafel spanischer Befreiungskampf
Spanische Geschichte
Guerilla - Guerillakrieg - Guerillataktik wurde veröffentlicht am 15.3.2009 -
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