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Carabanchel

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Carabanchel, eigentlich der Name eines Arbeiterstadtteils in der spanischen Hauptstadt Madrid, steht in Spanien auch für den Kerker des spanischen Diktators Francisco Franco schlechthin. Alle politischen Gefangenen kamen nach Carabanchel, so die Aussage von Victor Díaz-Cardiel, einem Kommunisten und Metallgewerkschafter, der selbst vier Mal in Carabanchel einsaß.

Gebaut wurde das Gefängnis Carabanchel in den 1940er Jahren von Häftlingen. Nötig wurde der Bau offenbar, da das Gefängnis in Madrid durch den Bürgerkrieg zerstört wurde und das Gefängnis von Porlier mit Gefangenen der Franco Diktatur überbelegt war.

Das Grundstück für das neue Gefängnis wurde im Januar 1940 erworben, 200.000 Quadratmeter, die den Staat 700.000 Peseten kosteten. Mit dem Bau des Gefängnisses wurde am 20. April 1940 begonnen, 1000 politische Gefangene mussten hier Zwangsarbeit leisten. Justizminister Eduardo Aunós weihte das Gefängnis dann am 22. Juni 1944 ein. Platz war in Carabanchel für 2000 Häftlinge. Noch lag das Gefängnis allerdings außerhalb von Madrid, das änderte sich erst als Carabanchel Alto und auch Bajo 1948 eingemeindet wurden.

In den Jahren der Diktatur waren zehntausende Gegner der Franco-Diktatur hier im Untersuchungsgefängnis inhaftiert. Erst wenn sie von den Gerichten abgeurteilt wurden, wurden die Gefangenen in Gefängnisse in anderen Landesteilen verlegt.

Der offizielle Name von La cárcel de Carabanchel war Prisión Provincial de Madrid (Provinzgefängnis von Madrid).

Aber Carabanchel war nicht nur ein Untersuchungsgefängnis. Hier warteten auch zum Tode Verurteilte auf ihre Hinrichtungen. So saßen hier noch 1975, kurz vor dem Tode des Diktators, drei zu Tode verurteilte Mitglieder der FRAP ein, ehe sie hingerichtet wurden.

Carabanchel nach der Franco-Diktatur

Nach dem Ende der Franco-Diktatur wurde nach einer Amnestie für politische Gefangene die Gefängnisse in Spanien, so auch das Gefängnis Carabanchel, leerer.
Am 18. Juli 1977 kam es zu einer Gefängnisrevolte, denn auch die nicht politischen Gefangenen sahen sich als Opfer des Franco-Regimes.
1978 geriet das Gefängnis erneut in die Schlagzeilen, ein Insasse starb nach dem er von Vollzugsbeamten misshandelt wurde.
1998 wurde das Gefängnis im Südwesten der spanischen Hauptstadt schließlich geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt saßen hier noch 2500 Häftlinge, davon 500 Frauen, ein.

Das Gefängnis soll nun abgerissen werden, damit wurde Ende Oktober begonnen, auf dem Gelände sollen Wohnungen, eine Krankenhaus aber auch Grünflächen entstehen.

Hiergegen rührt sich nun Widerstand. Das ehemalige Gefängnis solle als Gedenkstätte für die Franco-Diktatur erhalten bleiben. Dagegen spricht der Preis, der mit dem Verkauf des Geländes erzielt werden kann.

Stadtteil Carabanchel

Der Stadtteil Carabanchel, der dem berüchtigten Gefängnis seinen Namen gab, hat 250.000 Einwohner und besteht aus mehreren Vierteln. Während des Spanischen Bürgerkriegs tobten hier schwere Kämpfe während der Schlacht um Madrid. Und während der Belagerung von Madrid verlief durch Carabanchel die Front. Erst als das republikanische Madrid am 28. März 1939 fiel, war Carabanchel nicht mehr Frontlinie.
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