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Blaue Division

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Die Blaue Division (spanisch División Azul, eigentlich División Española de Voluntarios, Spanische Freiwilligendivision) war eine Infanteriedivision bestehend aus spanischen Freiwilligen, die auf Seiten der deutschen Wehrmacht zwischen 1941 bis 1943 am Russlandfeldzug teilnahm. Spanien war im 2. Weltkrieg (1939 bis 1945) ansonsten neutral geblieben. Bei einem Treffen im Oktober 1940 zwischen Adolf Hitler und Francisco Franco in Hendaye an der spanisch-französischen Grenze hatte Hitler zwar den Kriegseintritt Spaniens gefordert, am Ende scheiterten die Verhandlungen an den Forderungen Francos.

Deutscher Russlandfeldzug

Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion während des 2. Weltkrieges am 22. Juni 1941 (Operation Barbarossa) führte in Spanien zu anti-russischen Kundgebungen die unter der Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg standen unter dem Motto: Russland ist schuld! Die Sowjetunion hatte während des Spanischen Bürgerkriegs (1936 bis 1939) die republikanische Seite unterstützt, diese war den Aufständischen unter Francisco Franco am Ende unterlegen.

Ob es sich bei diesen antirussischen Kundgebungen um spontane Demonstrationen der Bevölkerung handelte oder ob diese von oben initiiert wurden, lässt sich heute nicht mehr sagen. Unter Eindruck dieser Kundgebungen konnte die spanische Regierung zumindest einen Freiwilligenverband zusammenstellen und so wurde dem deutschen Gesandten noch am gleichen Tag Unterstützung für den Kampf gegen den Kommunismus zugesagt. Damit konnte sich Diktator Francisco Franco auch bei Adolf Hitler für die Unterstützung des Dritten Reichs im Spanischen Bürgerkrieg revanchieren.

Zusammengestellt wurde in Absprache mit Deutschland dann eine Infanteriedivision, die aus Freiwilligen aus ganz Spanien bestand, der aber auch Armeekader angehörten. Der División Española de Voluntarios gehörten am Ende vier Infanterieregimenter an (Pimentel, Vierna, Esparza und Rorigo, benannt wurden die Regimenter nach ihren Kommandeuren), dazu kam noch ein Artillerie-Regiment. Insgesamt war die Blaue Division 640 Offiziere, 2272 Unteroffiziere und 14.780 gemeine Soldaten stark. Knappe 18.000 Mann konnten so dem Deutschen Reich zur Verfügung gestellt werden. Ursprünglich wollte sich Spanien nur mit 4000 Mann am Russlandfeldzug Hitlers beteiligen, die große Zahl von Freiwilligen führte dann aber zu einer Vervierfachung des Aufgebots. So meldeten sich die Kadetten einer Offiziersschule in Saragossa in großer Zahl freiwillig, um an den Kämpfen in der Sowjetunion teilzunehmen. Offiziere im aktiven Dienst fanden sich im Aufgebot sowie Veteranen des Bürgerkriegs, und auch zahlreiche Studenten.

Die wichtigen Positionen wurden mit Armeeangehörigen besetzt, bei den Soldaten soll es sich um Freiwillige gehandelt haben. Um die Bereitschaft für den freiwilligen Dienst bei der División Azul zu erhöhen, bedeute die Teilnahme für Offiziere eine Verbesserung ihrer Karrierechancen, dazu zählte die Dienstzeit in Russland doppelt.

Verlegung der Blauen Division nach Deutschland

Am 13. Juli 1941wurde die Blaue Division dann von Madrid auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr in die Oberpfalz verlegt. Dort sollten die 17.909 Mann ihre Grundausbildung erhalten. Die Blaue Division stand unter dem Kommando von General Agustín Muñoz Grandes, der im Rang eines Generalleutnants der Wehrmacht stand. Zunächst sollte die Grundausbildung drei Monate dauern, am Ende waren es aber auf Betreiben von Muñoz Grandes nur fünf Wochen.

Aus den vier Divisionen wurden drei gebildet, sie nahmen die Namen der Städte an, aus der die Mehrheit ihrer Freiwilligen kamen: Barcelona, Valencia und Sevilla.

Am 31. Juli 1941 wurde die Blaue Division nun als 250. Infanterie-Division (spanische) der Wehrmacht eingegliedert und auf Adolf Hitler für den Kampf gegen den Kommunismus vereidigt (der Eid wurde extra verändert, um den Kampf gegen den Kommunismus zu ergänzen).

Der Name der Blauen Division

In den Russlandfeldzug zog die Blaue Division in Uniformen der Wehrmacht. Diese wurde mit einem Ärmelschild in den spanischen Farben Rot und Gold mit der Aufschrift España ergänzt. Dazu kamen die blauen Falangehemden, die anstatt der regulären Uniformhemden getragen wurden, und so bekam die Blaue Division auch ihren Namen.

Die Blaue Division war nicht motorisiert, stattdessen erhielt sie Pferde aus Serbien. Da aber in der kurzen Ausbildungszeit kaum auf die Pflege und Handhabung der Pferde eingegangen wurde, starben viele Tiere beim Marsch durch Russland.

Die Blaue Division in Russland

Am 20. August 1941 endete die Grundausbildung in Grafenwöhr. Die Blaue Division wurde in Richtung Russland in Marsch gesetzt und am 26. September 1941 der Heeresgruppe Nord unterstellt und nach Wizebsk umgeleitet. Mit der 16. Armee sollte sie die Flanke des Vorstoßes nach Leningrad sichern. Die deutsche Führung tat sich schwer darin, den Wert der Blauen Division einzuschätzen und erst als die Spanier ihren Frontabschnitt gegen heftige Angriffe der Roten Armee verteidigen konnten, wuchs die Anerkennung, aber auch ihre Verluste.

Im Sommer 1942 wechselten die Spanier zur 18. Armee über, sie wurden an die Front von Leningrad verlegt, ihr Einsatz dort dauerte bis Oktober 1943. Das Kommando über die Blaue Division hatte seit Dezember 1942 General Emilio Esteban Infantes, auch er im Rang eines Generalleutnants der Wehrmacht.

Auflösung der Blauen Division

Der außenpolitische Druck auf Diktator Francisco Franco nahm zu und so wurde die Blaue Division am 20. Oktober 1943 offiziell aufgelöst, die Einheiten nach Spanien zurückbeordert. Spanien war im 2. Weltkrieg eigentlich neutral geblieben und fürchtete bei einem Festhalten an der Blauen Division doch noch in den Krieg hineingezogen zu werden.

Die zurückbleibenden Freiwilligen (etwa 1500 bis 3000 Mann) bildeten dann eine Spanische Legion, aus ihr gingen später zwei Freiwilligen-Kompanien (101 und 102) der Waffen-SS hervor. Diese beiden Kompanien kämpften bis zum Ende des 2. Weltkrieges, auch bei der Verteidigung Berlins gegen die Rote Armee.

Bilanz

Knapp 18.000 Mann stark war die Blaue Division bei ihrer Entsendung aus Spanien gewesen, insgesamt waren es 47.000 Mann gewesen, die bei den spanischen Einheiten gedient hatten. Wie viele ums Leben kamen, ist nicht genau belegt, man schätzt die Todesopfer auf 3500 bis 4500 Mann (spanische Quellen gehen von 4954 Toten aus), dazu kamen mehr als 8000 Verwundete. In sowjetische Kriegsgefangenschaft gerieten 372 der spanischen Freiwilligen, die letzten Kriegsgefangenen kehrten 1956 nach Spanien zurück. Am 2. April 1954 traf auf Betreiben des Roten Kreuz das Schiff Semíramis in Barcelona ein, an Bord 286 ehemalige Kriegsgefangene.

Ehrungen

Die spanischen Soldaten der Blauen Division wurden auch mehrfach ausgezeichnet. So erhielten 2359 von ihnen das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse, 138 das Eiserne Kreuz erster Klasse, dazu noch zwei goldene Kreuze und zwei Ritterkreuze, eins davon mit Eichenlaub.

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