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Katalanische Sprache - Valenciano - Mallorquin

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Die katalanische Sprache (català) wird in Spanien, Andorra, Italien und Frankreich von 11 Millionen Menschen, davon 8,2 Millionen Muttersprachler gesprochen. In Andorra und Teilen Spaniens (Katalonien, im größten Teil der Region Valencias und auf den Balearen) und der Stadt Alghero in Italiens gehört sie zu den Amtssprachen. Sie gehört zu den romanischen Sprachen.

Rund 1500 Autoren schreiben in dem knapp 1000 Jahre alten Sprache Katalanisch. Ein Drittel der Verlage in Spanien publizieren ihre Werke in Katalanisch. In Europa gilt die katalanische Literatur als eine der bedeutendsten.

Die Dialekte des Katalanischen auf den Balearen und in der Region Valencia unterscheiden sich von dem eigentlichen Katalanischen etwas. Daher wird das Katalanische in der Region Valencia als Valenciano (Valencianisch), auf Mallorca als Mallorquinisch (mallorquí), auf Formentera (Formenterer), auf Menorca als Menorquinisch (menorqui), und auf Ibiza als Ibizenkisch (eivissenc) bezeichnet. Auch im Osten von Aragón wird die Katalanische Sprache bezeichnet. Das Départment Pyrénés Orientales, wird auch als Nordkatalonien, das dort gesprochene Katalanische als Nordkatalanisch bzw. Roussillonais bezeichnet. In Italien wird sie in der Stadt Alghero auf Sardinien gesprochen. In Andorra ist Katalanisch einzige Amtssprache.


Geschichte der Katalanischen Sprache

Die Katalanische Sprache ist eine Weiterentwicklung des Volkslatein (auch als Vulgärlatein oder gesprochenes Latein bekannt) im Nordosten der Iberischen Halbinsel. Entstanden ist die katalanische Sprache zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert in den Grafschaften der Spanischen Mark, ein Gebiet des karolingischen Reichs auf beiden Seiten der Pyrenäen. Erste Schriftdokumente in dieser Sprache stammen aus dem 9. Jahrhundert. Aus dem 12. Jahrhundert ist der Predigttext von Homilies d'Organyà erhalten, das erste katalanische Literaturdokument, dass heute in der Nationalbibliothek von Katalonien ist, er gehört zu den frühesten heute noch bekannten Texten in katalanischer Sprache, die heute noch erhalten sind. Homilies d`Organyà verfasste als erster Texte in der natürlichen Sprach der Katalanen und nicht, wie damals üblich und von der Kirche aus so gewollt, in lateinischer Sprache.

Im Zuge territorialer Eroberungen der katalanisch-aragonesischen Krone breitete sich die Sprache während des 12. und 13. Jahrhunderts weiter aus. Auch große Gesetzestexte dieser Zeit wie die Furs de València, die Usatges oder das Llibre del Consolat de Mar (seehandelsrechtliche Gesetzessammlung) waren auf Katalanisch verfasst. Mit dem Ende der Regierungszeit Jaume (Jakob) I., der Eroberer (1208 bis 1276) wurde die Sprachgrenze festgelegt.

Im 13. Jahrhundert kommt es in Katalonien zur ersten Blütezeit der Literatur. Einer derr bedeutendsten Literaten war Ramon Llull (1232-1316). Sein Werk umfasst über 260 Texte, darunter Romane wie Blanquerna oder Llibre d'amic e amat (Buch vom Liebenden und Geliebten). Nach Ramon Llull ist auch das katalanische Kulturinstitut benannt.

1474 wurde das erste Buch auf Katalanisch gedruckt, der Titel: Les trobes en llaors de la Verge Maria. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragón und Kastlien mit der Heirat von Königin Isabella von Kastilien und König Ferdinand von Aragón im 15. Jahrhundert gewann in Spanien das Kastilische (Kastellan, von uns gerne als Spanisch bezeichnet) die Oberhand und verdrängte als Literatursprache mehr und mehr das Katalanische.
Die nordkatalanischen Landstriche fielen nach dem Ende der Bauernkriege (Guerra dels Segadors 1640 bis 1659) an Frankreich. Kurz danach wurde die katalanische Sprache nicht nur als Amtssprache verboten, sondern war auch im Erziehungswesen nicht mehr erlaubt.
Katalonien verlor nach dem spanischen Erbfolgekrieg (1701 bis 1714) seine politische Eigenständigkeit. Um die Entwicklung des spanischen Zentralstaates voranzutreiben wurde zuerst Kastellan als spanische Amtssprache auch für Katalonien durchgesetzt. Ein Gesetz von 1716 setze Katalanisch als Unterrichtssprache fest, 1779 wurden Theaterstücke auf Katalanisch verboten.
Im 19. Jahrhundert kam dam es aber im Rahmen der Romantik zu einem neuen Aufschwung der katalanischen Sprache. So wurde die Ode La Patria von Carles Aribau 1833 veröffentlicht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden weitere Gedichte, Theaterstücke und andere Literatur. Außerdem entstanden Wörterbücher und die katalanische Sprache wurde untersucht. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch Rufe laut, dass Katalanisch nicht nur an den Schulen unterrichtet werden sollte, sondern auch wieder in der Verwaltung Verwendung finden sollte. 1932 erhielt Katalonien auch einen Autonomiestatus, der es erlaubte, dass Katalanisch wieder zur Amtssprache erklärt wurde. Valencia und den Balearen wurde ein solcher Autonomiestatus nicht zu erkannt. Das Aufblühen der Katalanischen Sprache ab ca. 1930 wurde aber durch den Spanischen Bürgerkrieg wieder unterbunden.

Auch der Diktator Franco versuchte den spanischen Zentralstaat durch eine einheitliche Sprache zu verbieten. In den Anfangsjahren der Diktatur (1939 bis 1975) war die Katalanische Sprache offiziell streng verboten, katalanische Ortsnamen wurden hispanisiert. 1962 gab es erste Lockerungen. Bis dahin durfte auf Katalanisch kein Telefonat geführt werden, Film- und Theaterstücke musste auf Spanisch vorgeführt werden, Zeitungen und Zeitschriften in katalanischer Sprache waren genauso wie katalanische Bücher verboten. Auch durften keine Telegramme auf katalanisch versendet werden. Im familiären Umfeld wurde die katalanische Sprache aber weiterhin verwendet. Erst nach der Rückkehr Spaniens zur Demokratie wurde 1978 alle Beschränkungen aufgehoben.


Katalanische Sprache heute

Gerade in Katalonien wird die katalanische Sprache in den letzten 25 Jahren gefördert. Vor allem zwischen 1983 und 1986 wurden entsprechende Gesetze zur Förderung der katalanischen Sprache verabschiedet. Die Umbenennung der Ortsnamen wurde Rückgängig gemacht. Aber auch in Valencia lernen in vielen Orten die Kinder als Muttersprache als erstes Valenciano und so ist die Unterrichtssprache vielerorts Valenciano und nicht Spanisch (kastellan). Um im öffentlichen Dienst in Katalonien eine Anstellung zu finden, muss man Kenntnisse der Katalanischen Sprache nachweisen. In Katalonien wird die katalanische Sprache als Identitätsmerkmal Kataloniens und der Balearen gesehen. Es gibt auch Fernsehsender, die Katalanisch senden, in Katalonien sind es die Sender TV3 und Catalunya und in Valencia Canal 9. Dazu kommen zahlreiche lokale Rundfunksender.
Bedeutende Autoren der Gegenwart in Katalonien sind: Pere Calders, Quim Monzó, Joan Perucho. Dazu kommt Sergi Belbel, der seit 2005 Intendant des Nationaltheaters Barcelona ist. 1996 erhielt er den Spanischen Nationalpreis für Dramatische Literatur für das 1993 uraufgeführte Stück Ein Augenblick vor dem Sterben (Morir).
Katalanisch Sprachkurse

Unterschiede der Katalanischen Sprache zum Kastellan

Die Katalanische Sprache hat mehr Ähnlichkeiten zum Okziatanischen in Südfrankreich. Die Verbindungen zu Kastellan und zum Portugiesischen sind weniger ausgeprägt. Auffällig ist auch, dass die Katalanische Sprache im Gegensatz zum Kastellan viel weniger Wörter arabischer Herkunft besitzt. Diese kann man übrigens an dem Wortanfang erkennen, die meisten kastellanischen Worte, die mit al oder az beginnen, haben arabische Wurzeln (azúcar / Zucker, alcalde / Bürgermeister).

Verbreitung der Katalanischen Sprache

Statistik über die sprachliche Verbreitung der Katalanischen Sprache:
Gebiete, in denen die Katalanische Sprache Amtssprache ist
Gebiet EinwohnerKatalanisch sprechende%
Katalonien6.502.8805.698.40087,6
Valencia3.448.3682.407.95169,8
Balearen 852.780706.06582,8
Andorra62.01357.39592,6
Alguer34.52526.00075,3
Gesamt:10.900.5668.895.81181,6
Dazu kommen noch 550.000 Menschen, die Katalanisch sprechen, u.a. aus Carxe (Region Múrcia).

Laut einer Webseite der Regierung der Balearischen Inseln ist die Katalanische Sprache die weltweit auf Platz 19. der am häufigsten in Internet vertretenen Sprachen ist. Außerdem sei sie weltweit auf Platz 10 der am häufigsten übersetzten Regionalsprachen. Und in Europa steht sie auf Platz 7 der gesprochenen Sprachen. Die Zahl derer die Katalanisch sprechen ist Höher als beispielsweise Dänisch, Finnisch, Griechisch oder Portugiesisch.

Kleine Liste von Wörtern Katalanisch / Kastellan / Deutsch


azulblaublau
alcaldebatlleBürgermeister
hierroferroEisen
hinojofonollFenchel
hielfelGalle
amarillogrocgelb
bueno, buenosbo, bonsgut, gute
cuernocornHorn
perrogosHund
quesoformatgeKäse
almohadacoixíKissen
albañilpaletaMaurer
harinafarinaMehl
bueybouOchse
mariposapapallonaSchmetterling
cuerdacordaSchnur
hijo, hijafill, fillaSohn, Tochter
alfombracatifaTeppich
WikipediaViquipèdiaWikipedia

In Deutschland kann man an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main Katalanistik studieren. Im Herbst 2007 ist Katalonien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Das Motto lautet: Einzigartig und universell. Dabei geht es nicht ausschließlich um den spanischen Teil von Katalonien, sondern um den Sprach- und Kulturraum des katalanischen. Die Frankfurter Buchmesse wird sich dabei drei Themenblöcken widmen: Die katalanische Kultur der Gegenwart, die Sprache (insbesondere ihre Literatur) sowie die katalonische Verlagsbranche.




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