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Weihnachten und Sylvester in Spanien

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Wer Weihnachten in Spanien feiern möchte, muss dabei auf den Weihnachtsmann verzichten. Dieser ist auf der iberischen Halbinsel unbekannt. Auch St. Nikolaus ist in Spanien zur Weihnachtszeit nicht präsent, dieser reist im November per Schiff aus Spanien in Richtung Niederlande ab. Schließlich ist der heilige Nikolaus der Patron der Seefahrer, daher passt so eine Seereise ja ganz gut. Dort besucht St. Nikolaus am letzten Samstag im November mit seinem Schiff die niederländischen Hafenstädte. Sobald er seine Pflicht erledigt hat, kehrt er nach Spanien zurück.

In Spanien wird Weihnachten bzw. die Geburt Jesus Christus seit dem Jahre 380 gefeiert.
Der 6. Dezember ist zwar in Spanien Feiertag, das hat allerdings nichts mit St. Nikolaus zu tun, sondern an diesem Tag wird die spanische Verfassung gefeiert, die 1978 bei einer Volksabstimmung vom Volk angenommen worden ist.

Auch die Adventszeit ist in Spanien weitestgehend unbekannt. Adventskalender und Adventskränze sucht man fast vergeblich. Allerdings werden im Dezember Wohnhäuser und Geschäfte weihnachtlich geschmückt und die Städte erstrahlen im Glanz tausender Lichter, mit dem Schmücken wird ab Mitte Dezember begonnen. Was einen festen Platz in der Vorweihnachtszeit hat, sind die Krippen. Dabei werden in den spanischen Kirchen aber auch auf öffentlichen Plätzen und sogar in Einkaufszentren kunstvoll gestaltete Figuren aufgestellt, die die Geburt Christi nachstellen.

Erste weihnachtliche Gefühle kommen am 8. Dezember auf, dem Tag der unbefleckten Empfängnis. In der Kathedrale von Sevilla (Andalusien) beginnt der Baile de los Seises. Zwölf Chorknaben, die in historischen Kostümen von königlichen Pagen aus der Zeit der Habsburger gekleidet sind, tragen Gesang und Tanz vor. Die Tradition reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück, damals waren es noch 16 Jungen, daher der Name Los Seizes. Es werden drei verschiedene Tänze begleitet von Gesängen dargeboten. Der erste ist der Gottesmutter, der dieser Tag gewidmet ist, der zweite Tanz ist dem Bischof und der dritte Tanz ist dem Rathaus und dem Volk geweiht.

Am 13. Dezember ist der Tag der Heiligen Lucia. Das Fest wird insbesondere in Barcelona gefeiert. Dazu wird in der katalanischen Hauptstadt der Santa Lucía-Markt eröffnet.

Weihnachtslotterie

Vor Weihnachten findet noch der Höhepunkt des Jahres statt, die Weihnachtslotterie, Lotería de Navidad. Beinahe jeder Spanier nimmt daran teil, die wenigsten allerdings mit einem ganzen Los, dies kostet immerhin 200 Euro, der Verkauf der Lose beginnt bereits im Sommer. Am 22. Dezember hängt dann fast ganz Spanien vor dem Fernsehen, den seit 1957 werden die Gewinnzahlen in einer Fernsehshow ausgestrahlt. Diese dauert rund drei Stunden, denn neben El Gordo (dem Dicken), dem Hauptgewinn werden auch zahlreiche kleinere Gewinne ausgespielt. Dabei gilt die spanische Weihnachtslotterie als größte und älteste Lotterie der Welt. Das erste Mal wurde sie 1763 ausgespielt, König Karl III. wollte die leere Staatskassen auffüllen. Die Losziehung in der bis heutigen gültigen Form, insbesondere die Verkündung der Gewinnnummern durch einen Kinderchor, gibt es seit 1812. Heute sind es Schülerinnen und Schüler von der Madrider Schule San Ildefonso die die Gewinnzahlen vorsingen, früher waren es Waisenkinder.
Weihnachten gibt es noch keine Geschenke, statt dessen veranstaltet man privat eine kleine Lotterie. Dabei wird nach dem ausgewogenen Weihnachtsessen im Kreise der Familie am 24. Dezember, der Heiligen Nacht (Noche Buena) die Urne des Schicksals auf den Tisch gestellt. Darin befinden sich viele kleine, in Geschenkpapier gehüllte Präsente. Aus der Schüssel darf sich jeder ein Geschenk nehmen. Manchmal findet man etwas Schönes, aber auch Nieten sind mit dabei. Ansonsten gibt es noch keine Geschenke, Tag der Bescherung ist erst am 6. Januar, dem Tag der Heilige Drei Könige. Eine Ausnahme ist hier das Baskenland und Navarra, hier bringt der Olentzero, ein alter Köhler den Kindern bereits am 24. Dezember Geschenke und wird dafür von ihnen mit einem Lied begrüßt.

Weihnachtsessen in Spanien

Ein typisches Weihnachtsessen gibt es auch in Spanien nicht, beliebt ist ein mit Kastanien, Äpfeln oder Pflaumen gefüllter knusprig Truthahn, aber auch Lammbraten und andere Braten kommen genauso auf den Tisch wie Fisch und Meeresfrüchte. Vorher werden häufig Käse und Schinken gereicht, den Abschluss machen Weintrauben, Marzipan, ein Brandy de Jerez oder ein Cafe Corto. Im ganzen Land verbreitet ist turron, hergestellt aus gerösteten Mandeln, Zuckern, Honig und Eiern.

Um Mitternacht folgt die Mitternachtsmesse, Misa del Gallo, die Messe des Hahns. Sie wird in Spanien so genannt, weil ein Hahn die Geburt Jesu als erster verkündet haben soll. Danach ist es vor allem in ländlichen Gebieten üblich, sich danach auf öffentlichen Plätzen zu treffen und gemeinsam Weihnachtslieder zu singen.

Der 25. Dezember ist als Weihnachtsfeiertag frei, fällt dieser Tag auf einen Sonntag, ist der nächste Tag frei.

Spanische Weihnachtskrippen

Im Mittelpunkt des spanischen Weihnachtsfestes steht die Krippe und seit einigen Jahrzehnten inzwischen auch ein großer Tannenbaum. Aus Katalonien stammte die Tradition der Lebenden Krippen (Pressebres vives), die inzwischen in vielen Orten in ganz Spanien zu finden ist. Laienschauspieler stellen dabei den Lebensalltag in Bethlem zur Zeit von Jesus Geburt dar.

Fehlen darf in einer katalanischen Krippe meist nicht der sog. kleine Scheißer, katalanisch caganer, eine kleine Figur mit heruntergelassener Hose. Die Tradition geht bis ins 17. Jahrhundert zurück, eine Deutung dieser so wenig zur Krippenszene passenden Figur ist diese: Der Caganer düngt den Boden und symbolisiert so die Fruchtbarkeit der Natur. Während früher der Caganer als katalanischer Bauer daherkam, wird er heute auch gerne als prominente Persönlichkeit dargestellt.

Am 28. Dezember sollte man sich vor Späßen hüten, dieser Tag entspricht in Spanien unserem 1. April. An dem Tag der Día de los Inocentes (Tag des unschuldigen Kindes) wird man von den lieben Mitmenschen zum Narren gehalten.

Sylvester in Spanien

Sylvester wird in Spanien mit rauschenden Fiestas begangen. Vor Mitternacht begibt man sich dann ins Freie, um gemeinsam den Jahreswechsel zu feiern. In Madrid ist es der Puerta del Sol im Zentrum der Stadt. Hier läutet die Turmuhr das neue Jahr ein und das wird landesweit live im Fernsehen übertragen. Seit 1909, einem Jahr der besonders guten Traubenernte, ist es Brauch zu jedem Glockenschlag eine Weintraube zu essen. Schafft man es mit den zwölf Schlägen die zwölf Trauben zu schlucken, bedeutet dies Glück und Gesundheit für das ganze bevorstehende Jahr. Vor Sylvester kann man diese zwölf Glückstrauben (uvas de suerte) fertig abgepackt in Einweg-Plastiksektgläsern kaufen oder kleine Dosen mit der Glücks fördernden erforderlichen Anzahl an Weintrauben.

Geschenke gibt es für die Kinder am Drei Königs Tag, dem 6. Januar. Gefeiert wird das Dreikönigsfest mit Umzügen und einer großen öffentlichen Bescherung für die Kinder. Meist ziehen die Heiligen Drei Könige am Tag vorher bereits ein, in Hafenorten häufig auch per Schiff. Dabei verteilen sie Süßigkeiten an die Kinder. Die Wichtigkeit der Könige wird vielerorts dadurch unterstrichen, dass sie von dem Bürgermeister und anderen Honoratioren feierlich begrüßt werden. In ländlichen Gebieten ist es häufig üblich, die Geschenke durch die Könige öffentlich verteilen zu lassen. Die Kinder haben zuvor ihre Wunschzettel an ihren Lieblingskönig adressiert geschrieben und werden nach der Reihe aufgerufen, bis alle Geschenke verteilt sind. An anderen Orten halten die Kinder Wasser und Heu für die Kamele der Heiligen Drei Könige bereit und stellen einen Teller mit Turron für die Könige hin.

Spanische Weihnachtslieder - Stille Nacht, heilige Nacht
Weihnachtslotterie und El Gordo

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