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Inselgruppe Cies vor Galicien

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Die Inselgruppe Cies liegt vor Galicien im Nordwesten von Spanien im Atlantik. Sie ist von dem galicischen Ort Vigo per Fähre zu erreichen. Die Inselgruppe besteht aus drei Inseln:

Die Islas Cies sind etwa 433 Hektar groß. Insgesamt gehören 2658 Hektar Meer zu diesen Inselgruppen.

Und am siebten Tag erholte sich Gott auf Cies

Einer lokalen Legende nach soll sich Gott am siebten Tag, nachdem er die Welt erschaffen hatte, auf den Islas Cies von den Strapazen der Welterschaffung erholt haben.

Die britische Zeitung The Guardian hat in der Ausgabe vom 17. Februar 2007 den Strand Playa de Rodas auf der Insel Monteagudo in einer Top 10 der schönsten Strände der Welt auf Platz 1 gesetzt. News zum Thema
Wenn man mit der Fähre die Insel Monteagudo ansteuert, beeindruckt vor allem der Kontrast zwischen den grünen Kiefern- und Eukalyptuswäldern mit dem Blau des Meeres.

Die Insel Monteagudo wird von der Küste vom Kap Home begrenzt, die Halbinsel Morrazo durch den Nordkanal und die Insel San Martiñi durch das Kap Santoulo und eine Meerenge, bekannt als Freu da Porta, begrenzt. Die 1300 Meter lange Sandanhäufung verbindet inzwischen die Insel Monteagudo und die Insel Do Faro miteinander. Besser bekannt ist dieser Strand als Playa da Rodas. Während der Flut steigt das Wasser zwischen den beiden Inseln hindurch, bei Ebbe ist hier der Strand.

Der Höchste Punkt der Insel Monteagudo ist der Alto das Cies, eine 197 Meter hoher Punkt auf der Insel. Der Alto das Cies ist auch der höchste Punkt aller drei Inseln.

Alter von Cies

Die Insel entstanden am Ende des Zeitalters des Tertiären. Dieser geologische Zeitabschnitt begann mit dem Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren und dauerte bis zum Beginn der Klimaveränderungen vor rund 2,6 Millionen Jahren. Die Inseln bestehen vorwiegend aus Granitstein, es sind die Gipfel von Küstenbergstreifen, die während des Tertiären im Meer versanken.

Die drei Inseln haben im Westen fast senkrechte Steilküsten von bis zu 100 Metern Höhe, es gibt zahlreiche Höhlen, die Inseln wurden von Meer und Wind verformt. Auf der anderen Seite, auf der windgeschützten Seite der Islas Cies, gibt es mit Wäldern und Gebüsch bedeckte Berghänge und Sandstrände mit Dünen.

Die Stürme des Atlantiks verschonen die Inseln weitgehend. Der Regen entlässt sich am Festland, so dass es auf den Islas Cies nur halb so viel regnet, als an der Küste von Vigo selbst.

Der Naturpark der Islas Cies

Da das Gebiet von ökologisch großer Bedeutung sind und um die Inseln von der Zerstörungswut der Menschen zu schützen, wurden die Islas Cies 1980 zum Naturpark erklärt. 1992 wurde um die Inseln der Fischfang mit Netzen verboten. 1988 wurde außerdem noch ein Vogelschutzgebiet (ZEPA, Zona de Especial Protección para las Aves) eingerichtet. Im Jahre 2000 bat das Parlament von Galicien dann die spanische Zentralregierung, die Inselgruppe zum Nationalpark zu erklären. Diesem Wunsch, der immerhin einstimmig war, entsprach der spanische Kongress 2002. Die Inseln gehören nun zum Nationalpark der Atlantischen Inseln von Galicien (Islas Atlánticas de Galicia), denen neben die drei Inseln von Cies auch die Inseln Ons, Sálvora, Noro, Vionta, Cortegada und Malveiras angehören. Die insgegsamt vier Inselgruppen liegen zwischen den Flussmündungen von Vigo und Arousa. Während die Inseln von Cies zugänglich sind, sind beispielsweise die Inseln Vionta, Herboso und Noro aufgrund ihres einzigartigen Ökosystems für Besucher nicht zugänglich.
Spanische Nationalparks

Umweltschutz auf Cies

In Cies ist alles verboten, was das Ökosystem gefährden könnte. Daher ist auch der Zutritt beschränkt. Jeden Tag dürfen maximal 2200 Besucher, die Inseln besuchen. Anderen Quellen zu Folge schwankt die Zahl der täglichen Besucher. Interessant sind die Inseln wegen der Einzigartigkeit ihrer Pflanzen- und Tierwelt. Es wird alles getan, um das Paradies zu erhalten.

Flora und Fauna auf Cies

Der Wald hat in der Vergangenheit am meisten durchmachen müssen, ursprünglich bestand er aus Feigenbäumen. Da starke Winde die Aufforstung erschweren, wurden schließlich Kiefer und Eukalyptusbäume auf Cies heimisch gemacht. Inzwischen konnte ein Viertel des alten Parks wieder aufgeforstet werden. Besonders schön ist der Kontrast zwischen grünen Wäldern und blauem Meer, wenn man die Inseln vom Meer her ansteuert.

Bilder Islas Cies - schönster Strand der Welt.
An den Steilhängen der Inseln, am Strand und den Dünen kommen einzigartige Fauna vor, darunter auch Kräuter, die vom Aussterben bedroht sind. In den Lagunen gibt es typische maritime Vegetation, beispielsweise Binsengewächse.

Aber auch die Fauna lässt sich sehen. So gibt es eine Möwenkolonie von 22.000 Paaren, eine der größten Kolonien der Welt. Dazu kommen 1000 Kormorane. Allerdings gibt es hier auch Rückschläge. 1960 gab es noch 400 Paare Trottellumme (Uria aalge) und zwar die Unterart Uria aalge albionis, inzwischen sind sie auf den Inseln aber beinahe ausgestorben. Die vielfältige Vogelwelt der Islas Cies wird ergänzt durch verschiedene Raubvögel, Basstölpel,. Turteltauben, Spechte und anderen Vögeln. Auch Zugvögel machen auf den Inseln gerne Station und ergänzen dann die vielfältige Vogelwelt der Inseln. Die Inseln sind für die Zugvögel ein wichter Überwinterungs- und Ruheplatz. Auf den Inseln gibt es, so auf der Alto de Campà (Illa do Faro) und am Leuchtturm Faro do Peito (San Martiño) ornithologische Beobachtungspunkte.

Neben Vögeln gibt es vor allem Kleintiere auf der Insel wie Kaninchen, Igel, Fischotter aber auch Feldmäuse, Spitzmäuse und Feldermäuse. Dazu kommen verschiedene Reptilien wie Echsen, Schalgen aber auch Amphibien. Und natürlich Insekten wie Käfer, Spinnen aber auch Schmeterlinge ergänzen die Tierwelt der Insel.

Aber auch im Meer vor der Insel existiert eins der reichhaltigsten Ökosysteme der galicischen Küsten. Möglich macht es das nährstoffreiche Wasser.
An der Steilküste mit ihrem gefährlichen Wellengang gibt es Entenmuscheln und Miesmuscheln. An den geschützten Stränden gibt es dafür Weichtiere. In den felsigen, aber geschützten Zonen gibt es zahlreiche Seeigel und Anemonen.

Walbeobachtungen

Im Atlantik um den Islas Cies kann man mit Glück auch Delphine, Wale und Meeresschildkröten beobachten.

Durch die Lage in der Nähe der galicischen Küste ist die Wasserqualität einzigartig. Das salzige Meerwasser und das Süßwasser des Ria de Vigo vermischen sich hier und bieten eine Konzentration von Nährstoffen und Mikroben, die als Nahrungsquellen für die Meeresbewohner dienen. So führen nährstoffreiches Wasser und senkrechte Wende zu einer einzigartigen Vielfalt von Leben im Meer.

Im Wasser vor den Inseln gibt es auch archäologische Artefakte zu bestaunen.

Geschichte der Islas Cies

Im Altertum hießen die Inseln Siccae (siccum, lateinisch trocken). Es gibt Reste menschlicher Siedlungen am Monte Faro, die etwa aus der Zeit 3500 v. Chr. stammen. Auch die Römer gelangten bis in den Nordwesten Galiciens, für sie waren es die Insel der Götter, auf den Inseln wurde ein römischer Goldring aus dem 2. Jahrhundert nach Christi gefunden sowie Amphoren, Keramik und Gebrauchsgegenstände römischen Ursprungs. Diese werden heute im Museum von Pontevedra ausgestellt.

Im 6. Jahrhundert sollen es Eremiten auf den Inseln gegeben haben, der Heilige Martin auf der südlichen Insel und der Heilige Estevo auf der Mittelinsel. Es gibt noch Reste des Klosters von San Estevo.

Im späten Mittelalter kamen dann wieder Mönche, um die Inseln zu besiedeln und dabei den Angriffen von Normannen und Wikingern zu trotzen. Im 11. Jahrhundert die Benediktiner, allerdings verließen sie die Insel bis zum 13. Jahrhundert wieder. Im 14. Jahrhundert waren es dann die Franziskaner. Auf den Überresten einer Entsalzungsanlage, die von den Mönchen angelegt worden war, wurde ein Restaurant gebaut. Allerdings war die Insel kein ideales Siedlungsgebiet. Sie lag zwar direkt vor den Toren der galicischen Stadt Vigo, wurde aber auch gerne von türkischen und normannischen Seeräubern heimgesucht. Auch die Engländer waren ungern gesehene Gäste, wie beispielsweise der Freibeuter Francis Drake, der später für seine Verdienste von der englischen Königin Elizabeth zum Sir ernannt wurde. Er machte die Meere im 16. Jahrhundert unsicher und war 1588 an dem Untergang der Spanischen Armada beteiligt. 1589 wurde unter seinem Kommando die Stadt Vigo dem Erdboden gleich gemacht. Zuvor hatte er bereits La Coruña überfallen.

Im 18. Jahrhundert war die Insel dann komplett entvölkert. 1810 wurde die Inseln dann während des Krieges gegen Napoleon als Gefängnis genutzt, auch wurden in den Ruinen des Klosters von San Estevo wohl Artillerie aufgebaut.

Im 19. Jahrhundert wurde dann der Leuchtturm (1852) auf der Insel Do Faro erbaut, die Insel erhielt dann auch den Namen Leuchtturm. Von diesem Leuchtturm hat man heute noch eine gute Sicht auf die angrenzenden Rías (Flüsse, Ría de Vigo und Ría de Pontevedra) und auf den Atlantik. Zum Zeitpunkt des Leuchtturmbaus gab es bereits wieder einige Familien auf den Inseln, die vom Fischfang und der Schaf- und Ziegenzucht lebten. 1840 ließen sich zwei Entsalzungsfabriken auf den Inseln nieder, eine auf der südlichen Insel und eine dort wo heute das Restaurant am Playa de Rodas ist. Andere Quellen zu Folge, hatten schon die Mönche Entsalzungsanlagen an dieser Stelle betreiben. Andere Konservierungsmethoden führten aber zu einem Niedergang der Entsalzungsanlagen.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Insel wieder komplett entvölkert, in den 70er und 80er Jahren wurde sie für den Tourismus entdeckt, vor allem junge Leute, die auf der Suche nach Natur, Meer, Sonne und Freiheit waren, zog es hierher. Dies blieb nicht ohne Folgen für das Ökosystem der Insel, so dass sich die zuständigen Behörden dazu entschlossen, den Zugang zum Park zu beschränken. Auch Camping wurde nur noch im begrenzten Umfang gestattet. Heute dürfen nur noch etwa 2200 Menschen pro Tag die Insel besuchen.

Vor der Insel zeugen noch die Überresten von zahlreichen Fischerbooten von der Gefährlichkeit der See. So erinnert ein Kreuz an den Untergang der Ave do Mar de Moaña, sie sank 1956 vor der Insel, 26 Menschen starben. In der Nacht des 28. Januar 1978 sank vor Cies ein Schief, das aus dem Hafen von Vigo kam. Neun Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, im Sturm verschwanden 27 weitere Seeleute. Am 14. Februar 1979 sinkt 35 Meilen vor der Insel das Schiff François Vieljeux, an Bord 28 Besatzungsmitglieder, von denen drei von ihren Ehefrauen begleitet wurden. Nur acht von ihnen konnten gerettet werden.

Siehe auch: Spanische Geschichte

Umweltschutz auf den Islas Cies

Die Inseln Cies sind zwar geschützt, sind aber trotzdem von den Verunreinigungen des Meeres betroffen. Auch der Hafen von Vigo und der Seefahrtsverkehr, den dieser mit sich bringt, sorgt für eine Belastung des Ökosystems. Vor allem der Tankerverkehr vor Galicien und die Verunreinigungen, die dieser mit sich bringt, sind eine Belastung. 1970 war es der Tanker Polycommander, dessen Untergang das Auslaufen von 50.000 Tonnen Rohöl bedeutete, 1976 das Unglück der Urquiolo vor La Coruña, als 20.000 Tonnen Rohöl ausliefen, 1978 dann die Andros Patria, die am Cabo Ortegal sank, dabei kamen 34 der 37 Seeleute an Bord ums Leben, 200.000 Tonnen Rohöl liefen aus. Das letzte Unglück, war das der Prestige im Jahre 2002. Der bisher schlimmste und folgenreichste Tankerunfall in dieser Gegend. Die Folgen sind bis heute noch nicht ganz überwunden. Von dem Prestige-Unglück waren 85 Prozent des Nationalparks betroffen gewesen, in Cies sorgten zwar die Inseln für einen natürlichen Schutzwall, aber immer noch 30 Prozent der Inseln waren von Verunreinigungen durch das Öl betroffen gewesen.

Islas Cies als Ausflugsziel

Wer die Inseln Cies besuchen möchte, muss dazu eine der Fähren nehmen, die in den Sommermonaten mehrfach täglich von Vigo und Cangas die Inseln anlaufen. Der Zugang ist allerdings beschränkt. Auf den Inseln Cies gibt es einen Campingplatz mit Rund 800 Plätzen. Wer diesen nutzen möchte, muss sich am Hafen bei der Touristinformation registrieren lassen. Auch das Tauchen soll möglich sein, allerdings ist es verboten irgendetwas aus der Tiefe mit nach oben zu nehmen, sei es auch nur ein einiges Krustentier oder ein einzelner Seestern. Darauf stehen empfindliche Geldstrafen, alles im Sinne des Naturschutzes. Außerdem gibt es einen Bootsverleih und die Möglichkeiten zu Segeln. Da auf den Inseln natürlich keine Fahrzeuge verkehren dürfen, ist man auf seine Füße beim Erkunden angewiesen. Nicht alle Wanderwege sind markiert, aber man kann sich gut an den Vogel-Beobachtungsstationen und den Leuchttürmen bei seinen Wanderungen orientieren.




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