Spanische Königspokal / Copa del Rey



Der spanische Königspokal, Copa del Rey, der vollständige Name ist Copa de S.M. El Rey Don Juan Carlos I, entspricht unserem DFB-Pokal. Im spanischen Frauenfußball spielen die Frauenmannschaften um den Copa de la Reina (Königin-Pokal).
Dabei hieß der Copa de Rey nicht in seinem gesamten über 100jährigen Geschichte Königspokal. Sein Name richtete sich stets nach den politischen Gegebenheiten in Spanien.
Spaniens Basketballmannschaften spielen um den Copa del Rey de Baloncesto.

Geschichte des spanischen Königspokals

1902 Copa del Ayuntamiento de Madrid (Pokal der Stadt Madrid), diesen Pokalwettbewerb gewann Vizcaya de Bilbao im Endspiel gegen den FC Barcelona in Madrid 2:1. Der Pokalwettbewerb ging auf eine Idee von Carlos Padrós, dem späteren Präsidenten von Madrid FC (später Real Madrid), zurück, der damit die Körnung von Alfonso XIII. zum spanischen König feiern wollte. An diesem ersten Wettbewerb nahmen neben den beiden Finalisten auch Madrid FC und der Club Espanyol de Foot-Ball teil. Das Siegerteam Club Vizcaya bestand aus Spielern von Athletic Club und Bilbao FC. Die beiden Clubs fusionieren im Folgejahr zum Athletic Club Bilbao. In den offiziellen Statistiken wird der Pokal aber nicht dem baskischen Verein zugerechnet.

1903 Copa de S.M. El Rey Alfonso XIII.

1904 Athletic Bilbao gewinnt den spanischen Königspokal, ohne im Halbfinale oder im Finale spielen zu müssen. Im Halbfinale trat Gegner Español de Barcelona nicht an und im Finale fehlte dann der Gegner, da sich Real Madrid, Moncloa und Español de Madrid nicht einigen konnten und im Streit miteinander lagen.

1910 und 1913 Da es in Spanien zwei rivalisierende Fußballverbände gibt, die Unión Española de Clubs de Fútbol und die Federación Española de Fútbol, gibt es auch zwei Pokalwettbewerbe, den Copa UECF und den Copa FEF.

1928 La Liga, die Primera Division, wird gegründet. Bis dahin war der Königspokal die nationale Meisterschaft in Spanien.

1931 In Spanien wird die Zweite Republik ausgerufen, König Alfons XIII. verlässt das Land.

1933 Copa del Presidente de la República (Pokal des Präsidenten der Republik), auch Copa de España

1936 Beginn des spanischen Bürgerkrieges.

1937 Copa de España Libre (Pokal des Freien Spaniens), wurde in dem Teil Spaniens ausgetragen, der von den republikanischen Truppen kontrolliert wurde. Levante UD gewinnt im Endspiel gegen FC Valencia. Diese Runde wird vom spanischen Fußballverband nicht als offiziell anerkannt.

1938 Wegen des spanischen Bürgerkriegs findet kein Pokalwettbewerb in Spanien statt.

1939 Der Spanische Bürgerkrieg endet mit dem Sieg der antirepublikanischen Partei um Francisco Franco, der in Spanien eine bis 1975 andauernde Diktatur errichtet.

1939 Trofeo de S. E. El Generalísimo

1940 Copa de S. E. El Generalísimo

1977 Copa de S. M. El Rey Don Juan Carlos I. oder kurz Copa del Rey

1980 Im Finale des spanischen Königspokals in Madrid stehen sich Real Madrid und die B-Mannschaft von Real Madrid, damals noch FC Castilla, gegenüber. Real Madrid gewinnt 6:1.

Erfolge im Königspokal

Rekordsieger im spanischen Pokalwettbewerb ist der FC Barcelona, der sich den Titel bereits 24 Mal sichern konnte, dicht gefolgt von Athletic Bilbao mit 23 Titelgewinnen. Der spanische Rekordmeister Real Madrid war im Pokalwettbewerb in Spanien bisher 17 Mal erfolgreich, Atlético de Madrid neunmal, der FC Valencia und Real Saragossa jeweils sechs Mal.

Pokale behalten durften folgende Vereine, da sie ihn drei Mal in Folge gewannen: Real Madrid (1907), Athletic Bilbao (1916), Atlético de Madrid (1932), Athletic Bilbao (1945), 1953 (FC Barcelona).

Real Madrid nahm bisher an den meisten Endspielen um den spanischen Königspokal teil. Insgesamt 36 Mal. Dabei wurde 17 mal Real Madrid spanischer Pokalsieger, 19 Mal nur Zweiter. Athletic Club de Bilbao bringt es auf 35 Teilnahmen, davon nur zwölf Mal Zweiter. Der FC Barcelona erreichte 33 Mal das Finale und verlor davon nur neun Spiele.

Für fünf Siege seit einem bestimmten Zeitraum erhielt der FC Barcelona bereits drei Mal den Pokal im Original: 1928 für fünf Siege seit 1917, 1971 für fünf Siege seit 1954, 1990 für fünf Siege seit 1972. Damit hat der FC Barcelona nicht nur am häufigsten den spanischen Pokalwettbewerb gewonnen, sondern nennt vier Originalpokale sein eigen.

Ihre Trophäen behalten durften außerdem Club Vizcaya 1902, der FC Sevilla, der 1939 den Trofeo del Generalísimo gewann und Athletico de Madrid, als der Pokal nach dem Tod von Francisco Franco wieder umbenannt wurde.

Vereine die den spanischen Königspokal bisher gewinnen können

Bisher konnten 15 verschiedene Fußballclubs den spanischen Königspokal gewinnen, die verschiedenen Namen kommen nicht nur durch freiwillige Umbenennungen der Clubs zustande. So führt Real Madrid den Zusatz Real erst seit 1920. Francisco Franco verbot 1941 die Verwendung von nicht-spanischen Namen für die Fußballvereine:
FC Barcelona (24), Athletic Bilbao / Atletico Bilbao (23), Real Madrid / Madrid CF / Madrid FC (17), Atlético de Madrid (9), Valencia CF (6), Real Zaragoza (6), Racing de Irún / Real Unión (4), RCD Espanyol Barcelona / RCD Español (4), FC Sevilla / Sevilla CF (4), Real Betis Balompie (2), Deportivo La Coruña (2), Real Sociedad San Sebastian / Club Ciclista (2), Club Vizcaya (1, der Pokal ist heute im Museum von Athletic Bilbao zu sehen, wird aber von offizieller Seite nicht in dessen Statistik geführt), Arenas Club de Getxo (1), RCD Mallorca (1).

Austragung Copa del Rey

Der spanische Königspokal wird nach dem k.o.-System gespielt. Teilnehmen tun alle Vereine aus den ersten beiden spanischen Ligen (Primera Division und Segunda Division), die besten Mannschaften der Segunda B, der viergliedrigen dritthöchsten Spielklasse in Spanien sowie die Meister der Tercera División (regionale vierte Spielklasse in Spanien). In den ersten Runden des spanischen Königspokals wird immer nur ein Spiel ausgetragen, dabei hat die unterklassigere Mannschaft stets das Heimrecht. Ab dem Achtelfinale geht es mit Hin- und Rückspiel weiter. Im Endspiel des Copa del Rey gibt es dann wieder nur ein Spiel. Anders als in Deutschland, wo das Endspiel des DFB-Pokals immer im Olympiastadion in Berlin ausgetragen wird, wechselt der Endspielort des Copa del Rey jährlich.

Der Gewinner des spanischen Königspokals ist für den UEFA-Pokal qualifiziert und spielt mit dem spanischen Meister um den spanischen Superpokal. Sollte der Sieger bereits über die Tabelle für den UEFA-Pokal oder die Champions League qualifiziert sein, dann übernimmt der Finalgegner den UEFA-Pokal-Platz.

Copa del Rey Sieger

 

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