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Spanische Pferderassen Andalusier, reinrassiger Spanier

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Der reinrassige Spanier (Pura Raza Española, kurz PRE) ist ein Andalusier, die Bezeichnung wird aber auch häufig für alle in Spanien gezüchteten iberischen Pferderassen verwendet, sofern es sich nicht um Ponys oder Kaltblüter handelt. In Spanien wird statt der Bezeichnung Andalusier auch einfach spanisches Pferd (caballo español) genutzt, wenn es um den reinrassigen Spanier geht, schon um die begriffliche Verwirrung zu vermeiden.
Pferde sind schon seit der ältesten Zeit ein wichtiger Bestandteil der Kultur Andalusiens. Schon zu Zeit der Phönizier, Griechen und Römer wurden Pferde gehalten und eingesetzt. Pferde wurden als Transportmittel, bei der Arbeit aber auch im Krieg eingesetzt. Ein typisches Pferd für Andalusien ist der Andalusier, der auch Spanier genannt wird. Weltweit bekannt ist der Andalusier unter seinem englischen Namen Andalusian oder auch unter der französischen Bezeichnung Andalou.

Bereits die Iberer zähmten Pferde, was wohl die Vorfahren des Andalusiers war. Auch in die spanische Literatur fand der Andalusier Einzug, Babieca, das mythische Pferd des spanischen Nationalhelden El Cid Campeador, ist ein Beispiel. Es waren auch Andalusier, die die spanischen Konquistadoren Hernán Cortes und Francisco Pizarro nach Amerika begleiteten und dort die neue Welt bevölkerten. Das Skelett eines berühmten Andalusiers, einen reinrassigen Spanier (Pura Raza Española, kurz PRE), ist im Naturgeschichtlichen Museum von Paris ausgestellt, da es von Napoleon geritten worden war. Aber nicht nur Napoleon Bonaparte setzte auf spanische Pferde, schon der römische Kaiser Caligula soll Pferde von der iberischen Halbinsel bevorzugt haben, ebenso der englische König Richard Löwenherz und Friedrich der Große.

Zucht Reinrassiger Spanier

Die Zucht des Reinrassigen Spaniers ist in Spanien streng geregelt, das Zuchtbuch wurde bis 2006 vom spanischen Verteidigungsministerium verwaltet. Dafür gab es eine eigene Abteilung, CRIA CABALLAR (Pferdezucht) genannt. Seit 2007 obliegt die Führung des Stutbuchs der spanischen Züchtervereinigung ANCCE. Die ANCCE vergibt an Vereine verschiedener Länder, aber nur wenn diese die nötige Infrastruktur vorweisen können, inzwischen die Vertretungsrechte. Diese Vereine sind berechtigt, in ihrem Land die Dokumentation der Pferde einzufordern und an den spanischen Stutbuchführer weiterzuleiten.

Das Verteidigungsministerium ist aber immer noch involviert. In einem Gremium, das zu gleichen Teilen aus Vertretern des Verteidigungsministeriums und des spanischen Züchterverbands ANCCE zusammensetzt, wird der Rassestandard und das Reglement der Eintragungen, Körungen und Zuchtschauen bestimmt.

Nur Hengste und Stuten, die in diesem Zuchtbuch registriert sind, sind auch zur Zucht zugelassen. Das Stutbuch ist geschlossen, nur so kann die reine Rasse gewährleistet werden. Aber auch modernste Technik kommt zum Einsatz, so wird von Fohlen eine Probe genommen, um eine DNA-Analyse durchzuführen, um zweifelsfrei die Eltern und damit die Abstammung belegen zu können. Nur wenn alle Bedingungen, zu der DNA-Analyse kommen noch andere Untersuchungen, erfüllt sind, wird das Fohlen in das spanische Stutbuch eingetragen, was nicht bedeutet, dass auch automatisch eine Zuchterlaubnis vorliegt, diese wird erst nach der (erfolgreichen) Körung ausgestellt. So können Fohlen zwar einen Fohlenschein erhalten, was sie als reinrassige Andalusier, echte Spanier, ausweist, fehlt aber die Zuchterlaubnis (certificado de reproductor), dann werden die Nachkommen nicht ins Stutbuch eingetragen.

In Deutschland ist der Verein der Freunde und Züchter des Pferdes Reiner Spanischer Rasse e.V. für den Kontakt und die Weiterleitung von Papieren mit dem ANCCE zuständig.

Zucht in Spanien

In Spanien befinden sich die Hauptzentren für die Zucht von reinrassigen Spaniern, obwohl inzwischen auf der ganzen Welt diese Pferderasse gezüchtet wird. Das spanische Zuchtsystem sieht vor, dass die Stutenherden im halbfreien Zustand gehalten werden. Meist werden die Fohlen bereits nach dem Entwöhnen verkauft. Bleiben sie bei der Herde, wird mit ihrer Zähmung im Alter von drei Jahren begonnen. Die Stuten selbst werden nicht gezähmt, sie nehmen aber an Wettbewerben, bei denen ihr Aussehen beurteilt wird, teil.

Berühmte Pferdeherden sind unter anderem die Pferdeherde von Cartuja (Hierro del Bocado) in Jerez de la Frontera, die Pferdeherde gehört dem spanischen Staat. Das spanische Verteidigungsministerium unterhält selbst eigene Pferdeherden, verteilt auf verschiedenen Standorten.
Das ganze Jahr über finden in Spanien verschiedene Wettbewerbe statt. Die Gewinner dieser Wettbewerbe sind dann meist bei der SICAB zu sehen, die wichtigste Messe bezüglich der reinrassigen Spanier.


Andalusier Eigenschaften

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Andalusier den Ruf erworben, tapfere und schnelle Pferde mit guten Gangeigenschaften zu sein, die Temperament zeigen, wenn es von ihnen gefordert wird, dabei gleichzeitig gehorsam und leicht zu führen sind. Eigenschaften, aufgrund deren Andalusier von erfahrenen Reitern geschätzt und von zahllosen Dichtern besungen wurden. So finden Andalusier auch ihren Einsatz in der Hohen Schule.

Andalusier kommen als Reitpferde zum Einsatz aber auch zur Dressur, der Hohen Schule, wofür sie sich als nobles Pferd besonders gut eignen.
Spanische Hofreitschule

Zuchtgeschichte des Andalusiers

Der Andalusier ist eng mit dem Berber, einer alten orientalischen Pferderasse, verwandt. Seit der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Mauren (ab 711) wurde dieser alten Rasse orientalisches Blut zugeführt. Diese Vermischung der Rassen lässt sich heute genetisch nachweisen. Offenbar ähnelten die spanischen Pferde, die zwischen 300 und 400 n. Chr. auf der Iberischen Halbinsel lebten, äußerlich schon sehr den heutigen Pferden der Pura Raza Española.

Neben dem traditionell weißen Andalusier gibt es in Spanien noch die Pferderassen: Den stets schwarzen Menorquiner (Pura Raza Menorquina, PRM) und die als Tres Sangres (drei Blute, Dreiblütler) bezeichneten Pferde. Allerdings handelt es sich bei den Dreiblütlern weniger um eine eigene Unterrasse, sondern um eine Kreuzung dreier Rassen (meist Andalusier, Vollblutaraber und Englisches Vollblut).

Eine weitere Pferderasse aus Spanien ist die Rasse der Kartäuserpferde, die seit dem 15. Jahrhundert in Jerez de la Frontera in Andalusien gezüchtet wurden. Die Pferdezucht wurde sowohl vom spanischen Königshaus als auch von Adligen gefördert. Das spanische Kartäuserpferd, die berühmten Pferde der Karthäusermönche. (Cartujanos) gilt als besonders edle Unterrasse des Andalusiers, der PRE-Pferde überhaupt. Diese waren es wohl auch, die im 16. Jahrhundert nach Wien gebracht wurden, um an der Spanischen Hofreitschule zum Einsatz zu kommen. Aus dieser Pferderasse wurden dann später die Lipizzaner.

Spanische Pferde waren aber nicht nur an der Entstehung der Lipizzaner beteiligt, sondern auch an den Neapolitanern, Fredricksborger, Kladrubern und an zahlreichen Süd- und Nordamerikanischen Pferderassen.


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